Frage: Ihr neues Format ist sehr ruhig. Kessler kennt man doch eigentlich eher lustig und laut…
Kessler: Kommt drauf an. Manche verbinden mich nur mit „Manta Manta“. Aber das ist eben der Punkt, den ich auch in meiner Sendung zeigen will: Menschen haben unterschiedliche Seiten und Gesichter. Ich bin eben nicht nur der Komödiant, der den Saal unterhält und einen Witz nach dem anderen reißt. Den privaten Michael Kessler spiegeln eher Sendungen wie „Kesslers Expedition“ und „Kessler ist…“ wieder.
Frage: Wer hat Sie am meisten überrascht?
Kessler: Ich kann das gar nicht eindeutig beantworten. Ich bin prinzipiell neugierig – allen Menschen gegenüber. Die Zuschauer und ich haben Bilder über bestimmte Personen im Kopf. In der Sendung bestätigt jeder Prominente dann aber auf seine ganz eigene Art und Weise dieses Bild oder er tut das eben nicht. Das ist das Spannende an der Sendung. Bei der Zusammenarbeit habe ich gemerkt, dass sich die Prominenten unterschiedlich auf die Sendung einlassen. Einige verstehen das Prinzip, sind neugierig und lassen sich darauf ein – andere lassen sich nicht so genau in die Karten schauen.
Frage: Sie haben in Ihrer Sendung zum Beispiel Horst Lichter getroffen. Er lässt sich sehr auf das Prinzip ein, oder?
Kessler: Absolut! Dieser letzte Moment, wenn ich dem Prominenten als er oder sie selbst gegenüber sitze, ist ein sehr besonderer, einmaliger Moment. Das ist für beide Seiten aufregend. Aber deswegen mag ich dieses Format: Es überrascht den Zuschauer und berührt ihn emotional.
Frage: Wie erarbeiten Sie einen neuen Charakter?
Kessler: Es ist viel Arbeit: Ich schaue mir viele DVDs an, lese Dossiers und Berichte über den Prominenten und beginne, über ihn nachzudenken. Er begleitet mich gedanklich. Dann spreche ich mit Freunden oder Verwandten – das sind Gespräche, die mich weiterbringen und zeigen, wo es sich vielleicht lohnt, noch einmal in die Tiefe zu gehen. Parallel läuft die Arbeit am Aussehen der Person, ihre Ticks, wie sie redet. Und so kommt ein Mosaikstein zum anderen.
Frage: Als Journalist schaut man auch gern hinter die Fassade. Haben Sie einen „Promi-Bonus“ bei ihren Kollegen?
Kessler: Ich denke, wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Bei mir hat es ganz viel damit zu tun, wie ich frage und wie ich auf die Leute zugehe. Bei einem Journalisten würde mir das genauso gehen. Ich denke nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass ich ein Kollege bin – für jemanden wie Stefan Effenberg bin ich nicht wirklich ein Kollege im engeren Sinne. Er zum Beispiel hat bestimmt darauf geachtet, wie ich frage, was für ein Typ ich bin.
Frage: Wie würde die Sendung „Kessler ist…Michael Kessler“ aussehen?
Kessler: Es würde mich auf jeden Fall reizen, da mitzumachen. Ich bin ja immer offen für Neues. Bei meinen Auftritten in der Impro-Show „Schillerstraße“ oder bei meinen rbb-Expeditionen gab es auch keinen doppelten Boden. Ich musste mich dem öffnen, was ich vorgefunden habe.
Frage: Aber wer würde darin zur Wort kommen?
Kessler: Vielleicht der Herr Pastewka?
Frage: Und was würde der über Sie sagen?
Kessler: Dass ich eine große Nase habe und mal bei „Manta Manta“ mitgespielt habe (lacht).
Frage: Sie sprechen nicht gern über ihr Privatleben, oder?
Kessler: Ich bin der Ansicht, dass man mit seinem Beruf glänzen sollte und nicht mit seinem Privatleben.
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