Hagen /Offenwarden Ein Leben führen, wie ich es mag. Wer hätte nicht schon mal davon geträumt. Nancy Steklar (50) hat ihren Traum vom Fantasiereich mit viel harter Arbeit und noch mehr Kreativität verwirklicht.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Franky Steklar (59) hat die gelernte Hotelfachfrau in Offenwarden aus einer renovierungsbedürftigen Jugendstil-Villa und einem fast verfallenen Kuhstall ein Café mit musealen Räumen erschaffen. Mit Sir Henry, einem Border Collie, lebt sie in dem Museum, das nur für Gäste des „Café Salon 1900“ zugänglich ist.

Von Alice im Wunderland bis zur Adams Family trifft man dort auf sagenhafte Gestalten: Follow the white Rabbit (Folge dem weißen Hasen) von Zimmer zu Zimmer, und du landest im Land der Märchen und Mythen, der Puppen und Teddybären, der grenzenlosen Fantasie.

Freude am Gestalten

Der Besucher weiß gar nicht, wo er zuerst hinschauen soll: In die Hexenküche, unter die Bettdecke der Prinzessin auf der Erbse oder ins Wartezimmer von Prof. Dr. Sigmund Freud. Jeder entdeckt für sich etwas anderes, das ihn fasziniert. Schon die Eltern und Großeltern der Geschwister waren leidenschaftliche Sammler. Nancy und Franky Steklar haben diese Sammlungen mit viel Arbeit und Fantasie ausgebaut.

Als Nancy Steklar 2010 die Osterndorff‘sche Villa kaufte, hatte sie eigentlich nur ein altes Haus zum Restaurieren gesucht, in dem sie ihre Vorstellungen vom Leben und Wohnen verwirklichen wollte.

Ihr Bruder Franky, gelernter Zimmermann und Schmied, und mit ebenso viel Freude am Gestalten wie seine Schwester, unterstützte sie dabei tatkräftig. Nancy verkaufte ihre Gästepension in Buchholz/Nordheide, um so zu leben, wie sie es sich immer erträumt hatte.

Café ein Zufallsprodukt

Mehr als zwei Jahre dauerte die Renovierungsphase in Eigenarbeit, Raum für Raum, bis alles fertig war. Für alle Deko-, Maler- und Deckenarbeiten war und ist Nancy zuständig. „Ein Café war ursprünglich nicht geplant, es war mehr ein Zufallsprodukt“, erzählt die 50-Jährige.

An dem idyllisch gelegenen Grundstück – umgeben von großen, alten Weiden – kamen immer wieder Menschen vorbei, hielten an und fragten, was das werden solle und ob es nicht Kaffee und Kuchen gebe. Schließlich entschlossen sich die Geschwister, ein Café zu eröffnen. „Wenn nur jeder Zweite, der fragt, zum Kaffeetrinken kommt, dann bekommen wir unser Geld wieder rein, haben wir zunächst gescherzt“, erinnert sich Nancy lachend. Bis alle Behördenauflagen erledigt und genehmigt waren, sollten dann noch einmal acht Monate vergehen.

Japanischer Pavillon

Im zweigeschossigen „Café Salon 1900“ im viktorianischen Stil, das zuvor ein Kuhstall war, bekommen die Gäste Kaffee und leckere hausgemachte Torten, gebacken von einer Landfrau aus dem Dorf. Serviert wird auf kunterbuntem Geschirr mit wunderschönen Sammeltassen. Schnell hatte sich das neue Café-Museum herumgesprochen. Vor fünf Jahren wurde es um den Glaspavillon mit japanischem Flair erweitert, entworfen von Nancy und ihrem Bruder, handgeschmiedet von Franky Steklar. Seit Kurzem gibt es auch eine Ferienwohnung.


     www.cafe-salon-1900.de 
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