London Es war ungefähr Tea Time, als am Montag in den Firmenzentralen der großen britischen Wettbüros die eine oder andere Kinnlade gesunken sein dürfte. Prinz William und seine Frau Kate haben ihrem neugeborenen Töchterchen den Namen Charlotte gegeben. Der Name ist seit Wochen einer der großen Favoriten bei den wettverrückten Briten. Für die Buchmacher bedeutet das: Zahltag. „Wir mögen vielleicht ein Vermögen verloren haben, aber wir zahlen mit einem Lächeln“, sagte Jessica Bridge, Sprecherin eines der größten britischen Wettanbieters, Ladbrokes.

„Nachdem die Wetter schon das Geschlecht richtig getippt hatten, hatten wir gebetet, dass William und Kate sich für alles entscheiden, nur nicht für Charlotte, Alice oder Olivia“, sagte Nicola McGeady vom Buchmacher Coral. Ladbrokes glaubt, dass die Branche insgesamt eine Million Pfund auszahlen muss. Allein bei William Hill waren es am Montag 100 000 Pfund.

Mit Charlotte wählte das königliche Paar einen Namen, der am Hof Tradition hat. Die Ehefrau von König George III. hieß so. Sie gründete die berühmte Gartenanlage Kew Gardens in London. Auch Georges Tochter trug diesen Namen – sie heiratete später einen Württemberger Erbprinzen und wurde Königin von Württemberg. Auch George IV. nannte sein einziges Kind Charlotte. Sie starb jedoch unter großer Trauer des Volkes bei der Geburt ihres Kindes. Der Bruder der verstorbenen Prinzessin Diana, Earl Spencer, hatte sein 2012 geborenes Mädchen Charlotte Diana getauft. „Perfekte Namenswahl“, twitterte er am Montag.

Die Namensgebung der Nummer vier in der britischen Thronfolge steckt voller Bedeutung. Britische Royalisten vermuten, dass die weibliche Form von Charles ein Tribut an den Vater Williams, Thronfolger Prinz Charles (66) ist. Der mittlere Name Elizabeth erinnert an die Uroma des Kindes. Queen Elizabeth II. ist mit ihren 89 Jahren die älteste Monarchin weltweit.

Wie von vielen Royals-Fans in Großbritannien erhofft, enthält der Name der Prinzessin auch eine Erinnerung an die „Prinzessin der Herzen“, Williams Mutter Diana. Die 1997 bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben gekommene Ex-Frau von Charles wird in Großbritannien noch immer­ verehrt.

Mit der Bekanntgabe ihres Namens geht auch die Beteiligung der Öffentlichkeit am jungen Leben der Prinzessin von Cambridge zu Ende. Die Familie zieht sich auf den Landsitz Amner Hall in die Grafschaft Norfolk zurück und wird dort ein vergleichsweise zurückgezogenes Leben führen­. „Prinz William und seine Frau werden die Prinzessin­ genauso abschirmen, wie sie es mit Prinz George getan haben“, sagte der Königshaus-Experte der BBC, Peter Hunt.

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