Moskau Begeistert von neuen Eindrücken hat sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst am zweiten Arbeitstag aus dem All gemeldet. „Hatten einen unbeschreiblichen Start, es ist fantastisch hier. Allen geht es gut“, schrieb der 38-Jährige von der Internationalen Raumstation ISS am Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Am Tag nach seiner Ankunft auf dem Außenposten der Menschheit müsse er sich erst einmal zurechtfinden. „Und ab und zu natürlich aus dem Fenster schauen“, schrieb Gerst aus 400 Kilometern Höhe über der Erde.

Er kenne das Gefühl nach der Ankunft noch gut, meinte der deutsche Ex-Astronaut Thomas Reiter von der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa). „Als Raumfahrer prägen Sie sich vor dem Start zwar den Aufbau der ISS genau ein - aber wenn Sie dann nach der Ankunft völlig schwerelos kopfüber hereinschweben, sieht alles ganz anders aus.“

Gerst wohne während seiner etwa 166 Tage langen Mission im westlichen Teil der Raumstation, dem Modul „Harmony“, sagte Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Die derzeit sechs Besatzungsmitglieder der ISS haben jeweils eine kleine Kammer, etwa so groß wie eine Telefonzelle.“

Gerst war am Donnerstag in einer Sojus-Kapsel mit zwei Kollegen aus Russland und den USA an der Raumstation eingetroffen. Der Geophysiker aus Künzelsau in Baden-Württemberg ist der elfte Deutsche im All und der dritte Deutsche auf der ISS, wo er bis November bleiben soll.

Der deutsche Ex-Astronaut Ulf Merbold plädierte unterdessen dafür, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Raumfahrt übernimmt - so wie die USA unter Präsident John F. Kennedy. „Ich träume von einem deutschen Kennedy, der sagt, wo’s langgeht“, sagte Merbold. So würde er die Entwicklung eines eigenen europäischen Raumschiffs begrüßen.

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