Hannover /Oldenburg Die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Auflagen haben Freizeitparks und Zoos in Niedersachsen empfindlich getroffen. Erst brachen die Einnahmen aus Eintrittsgeldern zumeist ganz weg, nun sorgen die Hygieneregeln weiter für Beschränkungen. Klar ist: Besucher sollten sich vor der Fahrt zum geplanten Ferienspaß unbedingt auf den Internetseiten des jeweiligen Parks informieren.

Weil es überall individuelle Besucherobergrenzen gibt, kann man einige Parks nur noch besuchen, wenn man vorher Tickets online gekauft hat. In andere wie in den Serengeti-Park in der Lüneburger Heide kann man trotzdem weiter fahren, ohne vorab gebucht zu haben. „Wir musste noch nie einen Besucher nach Hause schicken“, sagt Sprecherin Asta Knoth.

Das Geschäft ist für die Vergnügungsparks und Zoos ganz unterschiedlich angelaufen.

Jaderpark Jaderberg: Maskenpflicht an bestimmten Orten

Seit 6. Mai sind wieder Besucher im Jaderpark in Jaderberg zugelassen, seit dem 25. Mai hat der Park auch samt Fahrattraktionen wieder geöffnet. Lediglich auf die Spielscheune und die Streichelgehege müssen Besucher weiterhin verzichten. Das gilt aber immer unter dem Aspekt der Sicherheit – also mit verschiedenen Regelungen und Hygienemaßnahmen. Desinfektionsspender sind im gesamten Parkbereich zu finden. Im Tierpark besteht keine Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss allerdings in den Wartebereichen, an den Attraktionen sowie während der Nutzung angelegt werden. Das gilt auch für die Kinder ab sechs Jahren. Karten sind an den Tageskassen und online erhältlich. Neu ist die Freizeitattraktion „Bauernhof“ mit dem 10 Meter hohen Freifallturm im Design eines bayerischen Maibaums. Auch Tiernachwuchs hat es gegeben: zum Beispiel bei den Wasserschweinen (Capybaras), Nandus und Kapuzineraffen.

Tier- und Freizeitpark Thüle: Masken in Warteschlangen

Der gesamte Tierparkbereich mit Ausnahme des Krallenaffengartens ist wieder offen. Die Restaurants bleiben weiterhin geschlossen, an Kiosk und Imbiss wird Essen nur zum Mitnehmen verkauft. Der Park empfiehlt seinen Besuchern, in Warteschlangen Mundschutz zu tragen, in Fahrgeschäften sei dies nicht erforderlich. Ansonsten gelten auch hier die üblichen Hygienemaßnahmen, z.B. Abstand halten. Außerdem werden regelmäßig Oberflächen und ähnliches gereinigt und desinfiziert, und es gibt zusätzliche Desinfektionsstationen für die Besucher. Sollten sich zu viele Besucher im Park befinden, würde der Einlass zeitweise gestoppt – Informationen darüber erhalten Besucher auf der Internetseite des Parks.

Zoo am Meer Bremerhaven: Online-Tickets und Masken

Um Schlangen vor den Toren zu vermeiden, sollen sich die Besucher des Zoos am Meer in Bremerhaven vorab Online anmelden. Damit vor den Gehegen im Zoo keine Menschenansammlungen entstehen, finden derzeit keine kommentierten Fütterungen statt. Besonderes Interesse weckt bei den Besuchern das Eisbärengehege, viele Besucher wollen die Zwillings-Babys sehen: „Dort haben wir immer Mitarbeiter stehen, damit es dort keinen Stau gibt“, berichtet Zoodirektorin Dr. Heike Kück. In geschlossenen Räumen herrscht Maskenpflicht und im Aquarium und Shop wurde ein Einbahnstraßensystem errichtet.

Heide Park Soltau: Online-Ticket, Maske und Abstand

Im größten Freizeitpark Niedersachsens ist es erst am 25. Mai losgegangen. „Wir sind bei den Besucherzahlen trotz des verspäteten Saisonstarts relativ zufrieden, freuen uns jetzt aber auch auf die Sommerferien in Niedersachsen“, sagte Parksprecherin Svenja Heuer. Wegen der Corona-Pandemie sei ein Maßnahmenkonzept erstellt worden. So müsse etwa in Attraktionen und Wartebereichen eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, Abstände seien einzuhalten. Die Besucher müssen ein datiertes Online-Ticket buchen, vor Ort gibt es keine Tickets an den Kassen. Rund 40 Attraktionen und Shows hat der Park zu bieten, darunter Europas höchste Holzachterbahn „Colossos“. Für die Kleinen ist „Peppas Ballonfahrt“ dazu gekommen, ein sogenannter Balloon-Tower.

Wild- und Freizeitpark Ostrittrum

„Wir haben Desinfektionsmittel aufgestellt und erinnern die Leute im Park an die Abstandspflicht, am Wochenende haben wir dafür zusätzliches Personal“, sagt Tanja Riesmeier von der Betreiberfamilie. Im Großen und Ganzen funktioniere dies auch sehr gut und die Besucher halten sich an die Regeln. Im Park gelten die gewohnten Abstandsregeln, Masken sind in geschlossenen Räumen verpflichtend, und Speisen und Getränke werden nur zum Mitnehmen angeboten.

Weltvogelpark Walsrode: Aufgeteilte Flugshows

Statt wie vorgesehen im März hat der Park erst am 15. Mai öffnen können. „Wir liegen über den Erwartungen“, sagte Parksprecherin Janina Ehrhardt. „Wir hatten mit 30 Prozent weniger Besuchern gerechnet, müssen aber noch abwarten, was die Saison am Ende bringt“, meinte sie. „Die Besucherzahlen sind viel weniger vom Wetter abhängig als sonst, vermutlich weil die Leute wegen Corona mehr Aktivitäten draußen planen.“ Außerdem kämen mehr Menschen unter der Woche. „Tickets werden zumeist online verkauft“, sagte sie. Veranstaltungen wie die große Flugshow würden bei vielen Besuchern aufgeteilt. Seit Juni gehe es zusätzlich um Insekten. So werden auch Hunderte Schmetterlinge aus aller Welt gezeigt.

Serengeti-Park Hodenhagen: Noch Besucherkapazitäten

„Es gibt kaum noch Einschränkungen“, sagte Sprecherin Asta Knoth. „Bei den Tagesbesuchern liegen wir noch etwa ein Drittel unter dem Vorjahresniveau“, erklärte sie. „Vor allem bei Gästen aus anderen Bundesländern.“ Auch bei den Übernachtungen gebe es noch Kapazitäten. „Die Besucher entscheiden sich sehr kurzfristig, das ist ungewöhnlich“, sagte Knoth. „Wir setzen verstärkt auf die Sommerferien.“ Eine neue Ausstellung widmet sich der Evolution und soll dabei einen Blick in die Zukunft des Tierreichs bieten. Außerdem ist eine Safari mit Monstertrucks dazu gekommen. Geöffnet ist seit dem 9. Mai, am 25. Mai folgte der dazugehörige Freizeitpark mit seinen Fahrgeschäften und Shows.

Familienpark Sottrum: Masken und Abstände

Die seit dem 9. Mai geöffnete Anlage ist von den Corona-Auflagen kaum betroffen. „Wir haben keine Fahrgeschäfte, sondern Ausstellungen und Museen, deshalb durften wir wie geplant aufmachen“, sagte Betreiber Peter Deicke. Auch die Gaststätte habe unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Abstände wieder öffnen können. „Wir sind mit den Besucherzahlen sehr zufrieden“, sagte Deicke. „Es sind mehr als sonst, auch wenn die Gruppen fehlen.“ Masken müssten am Eingang, an der Kasse, an der Gaststätte und in den Toiletten getragen werden.

Zoo Hannover: Online-Tickets, Zeitfenster, Masken empfohlen

„Tickets müssen ausschließlich online gekauft werden“, sagte Yvonne Riedelt. Zusätzlich müssten Besucher ein bestimmtes Zeitfenster für den Einlass buchen, bleiben könnten sie dann so lange sie möchten. Bei den Besucherzahlen gebe es einen deutlichen Rückgang. „Sonst würden wir mit bis zu 10.000 pro Tag rechnen, jetzt sind es wegen der Auflagen leider deutlich weniger.“ Das Tragen von Masken werde durchgehend empfohlen, sei aber nicht überall Pflicht. Der Tierpark ist am 6. Mai verspätet in die Saison gestartet, der Star ist ein Neuankömmling. „Die kleine Eisbärin hat mittlerweile einen Namen: Nana ist der eindeutige Liebling der Besucher“, sagt Riedelt. In den Sommerferien gebe es wieder den „Late-Zoo“, dienstags und donnerstags sei dann bis 21 Uhr geöffnet.

Rasti-Land Salzhemmendorf: Online-Ticket

„Jeder Haushalt muss sich vor einem Besuch mit dem Kauf eines Online-Tickets anmelden, nur Kinder unter drei Jahren nicht“, sagte Sprecherin Isabelle Sckade. Vor Ort könnten keine Tageskarten erworben werden. Wegen der Auflagen seien weniger Besucher unterwegs als üblich. Bei der Raubritterburg gebe es eine neue Schwungschaukel mit dem Namen Kraawummm. Das Rasti-Land hat wegen des Coronavirus erst am 25. Mai öffnen können.

Dinosaurier-Park Münchehagen: Masken empfohlen

Geöffnet ist seit dem 8. Mai, eine Begrenzung der Besucherzahl gibt es nicht. An allen Verkaufsstellen muss weiter ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, auf dem Freigelände wird er empfohlen. Der Park zeigt auf einem Rundweg mehr als 230 lebensecht rekonstruierte Urzeittiere. „Die Besucherzahlen sind seit der Eröffnung über den Erwartungen“, sagte Franz-Josef Dickmann, Geschäftsführer des Parks. Ganz neu sei ein spektakuläres Modell des Therizinosaurus, neun Meter lang und sechs Meter hoch. An Wochenenden und Feiertagen kann es in Spitzenzeiten zwischen 11 und 14 Uhr zu längeren Wartezeiten kommen.

Magic Park Verden: Abstands- und Hygieneregeln

Der Park konnte am 26. Mai öffnen. „Bei uns ist die Lage ganz entspannt, wir können uns nicht beklagen“, sagte Geschäftsführer Bastian Lampe. „Die Besucher verteilen sich.“ In den verschiedenen Bereichen würden die jeweiligen Abstands- und Hygieneregeln gelten. „Es läuft in unserem kleinen Park alles recht locker, ohne Schlangen und Wartezeiten“, meinte Lampe dazu.

Christian Schwarz Redakteur / Online-Redaktion
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