Schwerin (dpa) - Das Drama "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt ist der große Gewinner des 29. Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern. Der Film gewann den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis "Fliegender Ochse", den Kritikerpreis und den Förderpreis der Defa-Stiftung.

Damit setzte "Systemsprenger" seinen Erfolgszug bei deutschen Festivals fort. Auf der diesjährigen Berlinale hatte der Film einen Silbernen Bären erhalten. Er handelt von einem gewalttätigen Mädchen, das von einer Unterbringung in die nächste geschoben wird und das Jugendhilfe-System an seine Grenzen bringt. Die Filmkunstfest-Jury lobte eine "wirklich bemerkenswerte Regieleistung". In der Begründung heißt es: "Keine der Figuren lässt einen kalt, man kann sich der Bewertung, der Not nicht entziehen."

Insgesamt wurden bei dem Festival, das am Dienstag begonnen hatte, Preise im Gesamtwert von 42.000 Euro vergeben. In vier Wettbewerben konkurrierten 47 Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um die Auszeichnungen. Im Dokumentarfilmwettbewerb setzte sich die deutsch-amerikanische Ko-Produktion "Let the bell ring" über einen Nachwuchsboxer durch. Als bester Kurzfilm wurde der deutsche Beitrag "Midas oder die schwarze Leinwand" geehrt. Den Kinderfilm-Wettbewerb gewann die deutsche Produktion "Cleo" von Regisseur Erik Schmitt.

Der Ehrenpreis des Festivals, der "Goldene Ochse", wurde bei der Preisverleihungsgala am Samstagabend im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin der Schauspielerin Katharina Thalbach überreicht. Das Filmkunstfest soll am Sonntagabend zu Ende gehen. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 17.000 Besucher.

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