Berlin (dpa) - Hohes Alter, höhere Stimme: Der 64-jährige Dan Lucas ist zum ersten "The Voice Senior" gewählt worden. Im Finale der gleichnamigen Sat.1-Castingshow kürten ihn am Freitagabend über 70 Prozent der Fernsehzuschauer zum klaren Gewinner.

Der 80-jährige Fritz Bliesener aus Trappenkamp (Schleswig-Holstein) landet mit rund 17 Prozent der Zuschauerstimmen auf dem zweiten Platz, gefolgt von Joerg Kemp (64) aus Düsseldorf (6,5 Prozent) und Willi Stein (68) aus dem Stuttgarter Raum (6 Prozent).

"Wenn man etwas anfängt und durchzieht, will man am Ende auch Erfolg haben. Und der ist mir heute beschieden. Deswegen bin ich total glücklich", sagte Lucas der Deutschen Presse-Agentur. Der Rocksänger mit grauer Mähne und Ohrring begeisterte die prominenten Coaches Mark Forster, Yvonne Catterfeld, Sasha und The BossHoss schon von der ersten Folge an.

Mit hoher, kräftiger und präziser Stimme schmetterte Lucas 80er-Rockballaden wie "You're The Voice" oder "Don't Stop Believin'". Im Finale überzeugte er mit "Alone" von Heart und einer rockigen Version des Beatles-Klassikers "Help". "Dans Stimme haut einen weg. Ich bin immer noch fassungslos, weil ich so begeistert bin", meinte Gewinner-Coach Sasha. Sportmoderator Frank Buschmann twitterte: "Der Kerl zaubert mir ne Hühnerpelle! Lecko mio, ich schäme mich nicht dafür!"

Der 64-Jährige, der bürgerlich Lutz Salzwedel heißt, war in den 80er-Jahren Sänger der populären DDR-Band Karussell ("Als ich fortging") und nutzte 1985 ein Konzert in Westdeutschland zur Flucht. Danach nahm er mehrere Platten auf und arbeitete zuletzt in München als Sozialpädagoge.

Beim Senioren-Ableger des bewährten Casting-Formats "The Voice of Germany" konnten erstmals Kandidaten ab 60 Jahren mitmachen. Trotz rückläufiger Quoten bei den vier Folgen ist Sat.1 mit der Premiere zufrieden und denkt über eine Fortsetzung nach. "Selten hat ein Format in den sozialen Medien für so viel wertschätzendes und so gut wie ausnahmslos positives Feedback gesorgt", sagte Sprecherin Diana Schadt der Deutschen Presse-Agentur. Beim Finale schalteten 2,2 Millionen Zuschauer ein (Marktanteil: 7,8 Prozent).

Für Kritik in sozialen Netzwerken sorgte, dass ein Großteil der Finalshow bereits im Dezember aufgezeichnet worden war, die Verkündung des Zuschauer-Votings dann aber live stattfand - ohne Publikum und Coaches. Einige Twitter-Nutzer empfanden dies als "respektlos" und "lächerlich". Der Sender spricht von "produktionstechnischen" Gründen. "Wie immer nehmen wir uns die Kritik unserer Zuschauer zu Herzen. Sollte es eine weitere Staffel geben, werden wir diese gerne berücksichtigen."

Gewinner Lucas, der mit 10 000 Euro und einem Auto nach Hause geht, erhofft sich eine zweite Karriere. Für die anderen Kandidaten geht wohl der Rentner-Alltag weiter. "Ich werde meiner Frau auch morgen wieder das Frühstück machen. Das ist die Regel bei uns", sagte der bald 81-jährige Bliesener der dpa.

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