Köln Nach Alexander Gerst wird ein weiterer Deutscher zum Team der Esa-Astronauten gehören. Der Saarländer Matthias Maurer, Jahrgang 1970, soll nach derzeitiger Planung am 16. Februar offiziell eintreten, wie ein Sprecher der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) in Köln am Donnerstag sagte. Bislang waren elf Deutsche auf Missionen im Weltraum, zuletzt „Astro-Alex“ im Jahr 2014.

Der Eintritt ins Team bedeute nicht automatisch, dass Maurer bald ins All fliegt – eine konkrete Mission für ihn gebe es noch nicht, hieß es von der Esa weiter. Zudem müsse er vorher noch ein entsprechendes Training absolvieren.

Europas Raumfahrtchef Jan Wörner sagte, über einen möglichen Raumflug von Maurer sei noch nicht entschieden. „Wenn wir ihn offiziell ins Korps aufnehmen, ist damit kein Datum oder so verbunden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gäbe derzeit sechs Esa-Astronauten, die auf ihren zweiten Flug warteten – darunter Gerst. Diese hätten derzeit Vorrang bis 2024. Russland stellt den Fortbetrieb der Internationalen Raumstation (ISS) nach 2024 in Frage.

Als Grund für die Wahl Maurers sagte Wörner: „Weil er gut ist.“ Er hatte den Namen am Vortag bei einer Präsentation in Paris genannt.

Der Platz im Esa-Team ist hochbegehrt. Bei der Bewerbungsrunde der Esa im Jahr 2009 hatten sich rund 8500 Kandidaten mit den notwendigen Voraussetzungen beworben–- in der Regel Ingenieure und erfahrene Test- oder Verkehrspiloten mit guter körperlicher Fitness. Maurer ist nach Angaben der Esa Werkstoffwissenschaftler und kam 2010 zu der Raumfahrtagentur. Zur Vorbereitung auf den Astronauten-Job soll er zuletzt bereits einige notwendige Erfahrungen dafür gesammelt haben.

Sein Kollege Alexander Gerst war 2014 ein halbes Jahr als Bordingenieur auf der ISS im Einsatz – und wurde als „Astro-Alex“ äußerst populär. Mit Fotos, Anekdoten und Einschätzungen aus dem All begeisterte er die Öffentlichkeit, und er macht auch seit seiner Rückkehr zur Erde weiter Werbung für die Raumfahrt:

Im Januar 2015 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Sein nächster Flugtermin ist bereits festgezurrt: 2018 soll er abermals in der ISS um die Erde kreisen, dann als ISS-Kommandant – er wäre der erste Deutsche in dieser Funktion.

Der erste Deutsche im All war einst der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn, der 1978 zur sowjetischen Raumstation Saljut 6 flog. Als einziger Deutscher dreimal im All war Ulf Merbold. Eine deutsche Astronautin gab es bislang noch nicht.

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