Rabat/Kopenhagen (dpa) - Nach dem Mord an zwei skandinavischen Touristinnen in Marokko hat die Polizei drei weitere Tatverdächtige festgenommen.

Die Männer würden verhört, um die Hintergründe des Verbrechens aufzuklären, teilte die zentrale Ermittlungsbehörde des Landes mit. Sie geht dabei auch dem Verdacht nach, dass es sich um einen Terrorakt gehandelt haben könnte. Bereits vor zwei Tagen war in Marrakesch ein erster Verdächtiger festgenommen worden. Die Regierungschefs Dänemarks und Norwegens zeigten sich bestürzt.

Die Leichen der 24 und 28 Jahre alten Studentinnen aus Norwegen und Dänemark waren am Montag am Fuß des Berges Toubkal gefunden worden. Die Frauen waren auf einer Wandertour und hatten für die Nacht ihr Zelt aufgeschlagen. Ein französisches Paar fand die beiden Ermordeten. Die Gegend ist für viele Wanderer und Bergsteiger Ausgangspunkt für Touren in das Atlasgebirge.

Eine Ferienreise wurde zu einem Alptraum", sagte Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen. "Zwei junge Menschen wurden auf bestialische Weise ermordet." Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte: "Das ist ein brutaler und sinnloser Angriff auf unschuldige Menschen, dem wir mit Abscheu und Verurteilung gegenüberstehen.

Auch der marokkanische Ministerpräsident Saadeddine el-Othmani verurteilte die Tat. "Das ist ein Stich in den Rücken Marokkos und der Marokkaner", sagte er. Sein Land habe bisher viel im Kampf gegen den Terrorismus erreicht.

Die marokkanische Staatsanwaltschaft hat vier Männer in Verdacht, die eine Verbindung zu einer Terrorgruppe haben sollen. Der am Dienstag festgenommene Mann gehöre einer Extremistengruppe an, hieß es.

Ermittler untersuchen auch ein Video, das in den sozialen Medien aufgetaucht ist. In dem rund eine Minute langen Film ist zu sehen, wie zwei Personen einer offenbar jungen Frau mit einem langen Messer den Kopf abschneiden. Eine Person erklärt dabei, es handele sich um Rache für Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens. Ob das Video tatsächlich mit dem Mord an den beiden Touristinnen in Verbindung steht, ist unklar.

Es zeigt sich, dass es immer noch dunkle Mächte gibt, die mit Gewalt uns und unsere Lebensweise bekämpfen", sagte Rasmussen. "Das macht mich wütend, aber bestärkt mich auch, dass wir niemals nachgeben und aufgeben dürfen.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.