Künzelsau (dpa) - Vier Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Siebenjährigen in Künzelsau ist Anklage gegen seine Kindersitterin erhoben worden. Die heute 70 Jahre alte Frau steht im dringenden Verdacht, das Kind am 27. April getötet zu haben, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der dpa mit.

Mordmerkmale wie Heimtücke oder Habgier lägen nicht vor, die Anklage für das Landgericht Heilbronn laute auf Totschlag. Die Frau hat sich demnach bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Der Vater hatte den Jungen am Morgen des 28. April mit Würgemalen am Hals tot in einer Badewanne entdeckt. Seit fünf Jahren wurde der Junge aus Künzelsau immer wieder von der Frau betreut. Des Öfteren habe er auch im Haus der Pflegeoma übernachtet, hieß es. Die Kindersitterin war zunächst nicht auffindbar, wurde am Abend aber nach einem Zeugenhinweis in dem 15.000-Einwohner-Ort festgenommen. Den Ermittlungen zufolge lebte sie allein, der Junge soll gern bei ihr gewesen sein. Die Eltern hätten großes Vertrauen zu ihr gehabt.

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