BANGKOK „Die Augen, das Lächeln, die ganze Eleganz – als ich Königin Sirikit das erste Mal sah, war es um mich geschehen“, sagt ein 82-jähriger deutscher Auswanderer in Thailand. „Damals fasste ich den Entschluss: Ich will in Thailand leben.“ Pechschwarze Haare hat Sirikit immer noch, auch die scharfkantig umrandeten roten Lippen. Ihre Figur ist fülliger geworden, ihr Gesicht steifer. Aber die Thailänder liegen ihrer Monarchin – wie ehedem die halbe Welt – zu Füßen. Am Sonntag wird sie 80 Jahre alt.

Sirikit kommt aus bestem Hause, ihr Vater war Prinz und Diplomat. Sie verbrachte ihre Jugend in Großbritannien, Dänemark und Frankreich. In Paris lernte sie als Schülerin den kaum älteren König Bhumibol kennen, der zu dem Zeitpunkt in der Schweiz studierte. Das Märchen vom feschen Prinzen und der blutjungen Schönheit nahm seinen Lauf. Im Juli 1949, einen Monat vor Sirikits 17. Geburtstag, verlobten die beiden sich, die Hochzeit fand im Jahr 1950 statt.

Die jungen Leute waren dem europäischen Jetset zugetan. Bhumibol und Sirikit tanzten sich an den Höfen Europas bei rauschen Hofbällen die Füße wund. Der König geriet neben seiner schönen Frau fast zum Statisten. Gertenschlank, hoch elegant, mit Federschmuck am Hut und vornehmen Sommerhandschuhen schaffte Sirikit es mühelos in viele Hochglanzmagazine. Das US-Magazin „Vanity“ kürte sie 1965 zur bestangezogenen Frau der Welt. „Die Jackie Kennedy Asiens“ wurde Sirikit genannt. „Nebenbei“ brachte die Stil-Ikone zwischen 1951 und 1957 vier Kinder zur Welt.

In der Heimat wird sie heute als „Wohltäterin der Nation“ verehrt. Sie ist Präsidentin des thailändischen Roten Kreuzes. Sie engagiert sich für Angehörige von gefallenen Soldaten und getöteten Polizisten, für die ländliche Bevölkerung, für Bildung und Gesundheitsversorgung. Kritik am Königshaus ist in Thailand verboten. Fragt man Thailänder, ist das aber unnötig: Die überwältigende Mehrheit verehrt König und Königin.

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