Buenos Aires /Montevideo Züge blieben stehen, U-Bahnen fuhren nicht mehr, die Ampeln fielen aus: In Teilen Südamerikas ist es am Sonntag zu einem massiven Stromausfall gekommen. Ganz Argentinien und Uruguay seien nach einer schweren Störung im Verbundsystem ohne Elektrizität, teilte der argentinische Energieversorger Edesur am Morgen (Ortszeit) auf Twitter mit. Argentinien hat mehr als 44 Millionen Einwohner, Uruguay rund 3,3 Millionen.

Laut Edesur begann der Blackout um 7.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ), gut 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt jetzt der Winter, zum Teil wird auch mit Strom geheizt. Die Ursache der Havarie war zunächst noch unklar.

Das System sei automatisch abgeschaltet worden, weil eine Destabilisierung der Spannung wahrgenommen wurde, erklärte Argentiniens Energiesekretär Gustavo Lopetegui auf einer Pressekonferenz. An einem Sonntag ohne extreme Temperaturen verfüge das Netz über eine Stromreserve von 20 Prozent, daher sei die allgemeine Abschaltung nicht normal gewesen. Lopetegui schloss einen Hacker-Angriff nicht aus, hielt aber eine Cyberattacke nicht für die prioritäre Hypothese. Ein Ergebnis der laufenden Untersuchungen werde erst in zehn Tagen feststehen.

Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires begann der Strom nach einigen Stunden wieder zu fließen. Acht Stunden nach dem Blackout waren 56 Prozent der Kunden in Argentinien wieder an die Stromzufuhr angeschlossen, erklärte Lopetegui. Die Normalisierung sollte noch mehrere Stunden dauern.

Argentinien, wo im Herbst Präsidentschaftswahlen stattfinden, leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Infrastruktur gilt als marode. Lokale Stromausfälle sind häufig – allerdings eher in den Sommermonaten, wenn Klimaanlagen die Netze überlasten. Der Unterstaatssekretär für Zivilschutz sagte in Radio Mitre, dies sei ein Ausfall in einem für Argentinien beispiellosen Ausmaß.

Nach Medienberichten gab es auch in Teilen Brasiliens, Chiles und Paraguays Stromausfälle. Das Departement Misiones im Süden Paraguays konnte nach 40 Minuten wieder angeschlossen werden, weil das Netz mit dem brasilianischen Wasserkraftwerk Itaipú verbunden wurde. Aus Chile berichtete ein Sender, dass sich der dortige Stromausfall schon vor dem argentinischen ereignet habe und behoben wurde.

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