LOS ANGELES /NEW YORK Der australische Schauspieler Heath

Ledger, der in dem Liebesdrama „Brokeback Mountain“ einen schwulen

Cowboy spielte, ist tot. Der 28 Jahre alte Hollywoodstar wurde am

Dienstagnachmittag (Ortszeit) in seiner New Yorker Wohnung von einer

Masseurin und einer Haushälterin leblos aufgefunden. Man habe in

seinem Schlafzimmer verschreibungspflichtige Schlaftabletten

gefunden, teilte ein Polizeisprecher der „New York Times“ mit. Die

Beamten würden ein Fremdverschulden ausschließen, hieß es. Auch gebe

es keine direkten Hinweise auf einen Selbstmord, wie etwa einen

Abschiedsbrief. Für Mittwoch war eine Autopsie geplant. Ledgers

Sprecherin sprach von einem „Unfall“ und bat die Presse, aus Respekt

vor den Angehörigen nicht über die Todesursache zu spekulieren.

Mehrere hundert Menschen versammelten sich rasch nach

Bekanntwerden von Ledgers Tod vor dem luxuriösen Loft-Wohnhaus im

Stadtteil SoHo, wo der Schauspieler vor einigen Monaten eingezogen

war. Viele Hollywoodstars reagierten bestürzt. „Er war gerade dabei,

berühmt zu werden. So jung aus dem Leben zu scheiden, ist ein

tragischer Verlust“, sagte Ledgers Landsmann Mel Gibson. Die

gebürtige Australierin Nicole Kidman sprach von einer „Tragödie“.

Michelle Williams (27), die frühere Verlobte des Schauspielers und

Mutter seiner kleinen Tochter, sei „am Boden zerstört“, berichtete

der Internetdienst „tmz.com“ unter Berufung auf Bekannte der

Schauspielerin. Mit seiner „Brokeback Mountain“-Kollegin Williams hat

Ledger eine zwei Jahre alte Tochter namens Matilda Rose. Das Paar

lernte sich 2004 bei den Dreharbeiten kennen, trennte sich aber im

vergangenen Herbst.

Vor seiner Beziehung mit Williams war der Schauspieler unter

anderem mit den Kolleginnen Naomi Watts und Heather Graham

befreundet. Watts habe ihre für Mittwoch geplanten Interviews im

Rahmen desSundance Filmfestivals in Utah abgesagt, berichtete

„E!Online“.

Der im australischen Perth geborene Schauspieler hatte für seine

Darstellung eines schwulen Cowboys in dem Film „Brokeback Mountain“

an der Seite von Jake Gyllenhaal eine Oscar-Nominierung erhalten.

Ledger war zuletzt in der Bob-Dylan-Biografie „I'm Not There“ auf der

Leinwand zu sehen. Todd Haynes, der bei dem Film Regie führte,

würdigte Ledger als „wahren Künstler, höchst feinfühligen Mann,

forschend, begabt und weise weit über sein Alter hinaus“.

Erst kürzlich hatte Ledger für das Studio Warner Bros. die

Dreharbeiten für die nächste Batman-Folge „The Dark Knight“

abgeschlossen. Darin spielt er an der Seite von Christian Bale den

Joker. Der Film soll im August in den deutschen Kinos anlaufen.

„Heath war ein brillanter Schauspieler und ein außergewöhnlicher

Mensch“, hieß es in einer Mitteilung des Studios. Die

Unterhaltungsbranche habe ein „riesiges Talent“ verloren.

In einem Interview mit der „New York Times“ im November beschrieb

Ledger seinen Joker-Charakter als einen „psychopathischen,

mörderischen, schizophrenen Clown mit Null Mitgefühl“. „Letzte Woche

habe ich im Schnitt nicht mehr als zwei Stunden pro Nacht

geschlafen“, führte der Schauspieler aus. Er sei körperlich sehr

erschöpft gewesen und habe einfach keine Ruhe finden können.

Als Teenager stand Ledger in seiner australischen Heimat erstmals

vor der Kamera. Mit 19 Jahren kam er nach Hollywood und drehte dort

die Komödie „Zehn Dinge, die ich an dir hasse“. An der Seite von Mel

Gibson war er in dem Drama „Der Patriot“ zu sehen. Er übernahm eine

Nebenrolle in dem Südstaaten-Drama „Monster's Ball“ mit Halle Berry

und Billy Bob Thornton.

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