Berlin Ein Filmmogul aus Hollywood hat zunächst mal wenig mit dem Alltag der meisten Frauen in Deutschland zu tun. Doch der Skandal um den Produzenten Harvey Weinstein, der Anfang Oktober mit einem Artikel in der „New York Times“ ins Rollen kam, erreichte bald auch Deutschland. Weinstein soll Schauspielerinnen sexuell belästigt und vergewaltigt haben. Auch US-Schauspieler wie Kevin Spacey oder Dustin Hoffmann stehen inzwischen wegen sexueller Übergriffe massiv in der Kritik.

Welche Folgen hatte der -Skandal in Deutschland?

Aus „#MeToo“ wurde schnell „Ich auch“. Viele Frauen sprachen auch hierzulande über Sexismus, Übergriffe und Vergewaltigungen. Fast die Hälfte der Frauen in Deutschland hat zufolge schon sexuelle Belästigung erfahren – zugleich gibt mehr als jeder sechste Mann zu, schon einmal jemanden sexuell bedrängt zu haben.

Diskutiert wird nun die Frage, wie sich Männer verhalten sollten.

Was sagen die Filmfrauen in Deutschland?

Sie nahmen das Thema zunächst zurückhaltend auf. Dann gab es erste Schauspielerinnen, die darüber sprachen. Maren Kroymann gab im dpa-Interview Kolleginnen den Rat: „Habt den Mut zu sagen: Ich lasse es mir nicht gefallen.“ In einem Dossier der „Süddeutschen Zeitung“ wurde deutlich, dass sowohl Film als auch Theater betroffen sind. Schauspielerin Jasmin Tabatabai postete bei Twitter unter „#MeToo“: „Ich kenne keine Frau, bei der das nicht der Fall ist.“ Prominente wie Uschi Glas und Birgit Schrowange berichteten in der „Bunten“, wie sie belästigt wurden.

Wie reagieren die Filmbranche und Verbände?

Der Bundesverband Schauspiel wendet sich auf seiner Internetseite an Opfer sexueller Belästigung. Beim Unterpunkt „Unter der Gürtellinie“ sind jetzt mehrere Anlaufstellen aufgelistet, an die sich Betroffene im Fall einer Belästigung wenden können. Zudem bestehe die Möglichkeit, anonym den eigenen Fall zu schildern und auch persönliche Gespräche zu führen, sollte dies von Opfern sexueller Belästigung gewünscht werden.

Kann die neue Debatte
etwas verändern
?

Die Geschlechterforscherin Prof. Katja Sabisch von der Universität Bochum ist überzeugt: „Es ist ein Diskurs, der in die Wirklichkeit eingreift. Er macht Sexismus und sexualisierte Gewalt sichtbar.“ Wizorek weist aber auch darauf hin, dass es zuvor ähnliche Aktionen im Internet gab, die nicht immer den gewünschten Erfolg hatten. „Nach den Veröffentlichungen der Trump Tapes gab es den Hashtag #NotOkay. Trotzdem ist Donald Trump heute US-Präsident.“ Vor der Wahl des amerikanischen Präsidenten vor gut einem Jahr war ein Video öffentlich geworden, in dem Trump sich frauenfeindlich äußerte.

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