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Berlin SUV – das war einmal ein neuartiges Auto-Segment, das Kürzel klang irgendwie amerikanisch, nach Freiheit und Abenteuer. Inzwischen ist SUV (Sport Utility Vehicle) ein Kampfbegriff, für manche sogar ein Feindbild. Nicht erst seit dem verheerenden Unfall in Berlin, der vier Menschen das Leben kostete. Doch jetzt, wenige Tage vor der Automesse IAA, spitzt sich die Debatte zu, wird schriller.

Was ist eigentlich ein SUV?

SUV werden oft Sportgeländewagen genannt, sind aber keine Geländewagen im eigentlichen Sinne – auch wenn sie äußerlich daran erinnern. Pkw-Modelle mit Offroad-Charakter definiert das Kraftfahrt-Bundesamt als SUV, wenn sie kein Allrad und keine Differentialsperre haben, die das Durchdrehen der Räder im Gelände verhindert, und eine bestimmte Bodenfreiheit unterschritten wird. „Die meisten SUV, 70 oder 80 Prozent, sind Mittelklassefahrzeuge, sind Kompaktfahrzeuge-, sind Kleinwagengrößenfahrzeuge“, sagt der Autoexperte der Uni Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer.

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Gibt es in Deutschland besonders viele SUV?

Es werden jedenfalls immer mehr. Im August kauften die Deutschen laut Kraftfahrt-Bundesamt erstmals mehr SUV als jede andere Fahrzeugkategorie: 22 Prozent aller Neuzulassungen fielen in dieses Segment, weitere 10 Prozent waren Geländewagen. Der Bestand wächst also: Zu Jahresbeginn waren 6,7 Prozent SUV und 5,1 Prozent Geländewagen.

Warum kaufen so viele Menschen solche Autos?

„Es ist mittlerweile so, dass der SUV in der Mitte der Gesellschaft bei den Autofahrern angekommen ist“, sagt der Autoexperte Dudenhöffer. Das habe auch damit zu tun, dass Neuwagenkäufer heute im Schnitt älter als seien als 55 Jahre. Diese Kunden suchten Autos, in die sie bequem einsteigen können. „Da ist der SUV ein ideales Fahrzeug.“ Weil man höher sitze, fühle man sich subjektiv sicherer.Das Design spiele auch eine Rolle. „Natürlich sieht es durch die größeren Reifen sportlicher aus, dynamischer.“

Warum werden solche Autos gebaut?

Weil die Kunden es wollten, sagen die Hersteller. „Wenn wir es nicht tun, tun es andere“, sagte Daimlers Vertriebschefin Britta Seeger bei einer Diskussion in Berlin. Umweltschützer und Vertreter von Radfahrern und Fußgängern vermuten, dass die Konzerne die Wünsche erst weckten. Nach einer Studie für Greenpeace, über die das „Handelsblatt“ berichtete, stecken die Hersteller jeden zweiten Werbe-Euro in Reklame für Geländewagen.

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Wie schmutzig sind diese Fahrzeuge?

Im Durchschnitt sind SUV schwerer, verbrauchen mehr und stoßen mehr Schadstoffe aus. Branchenexperte Dudenhöffer hat es einmal untersucht. Im ersten halben Jahr haben neu zugelassene SUVs im Durchschnitt 144,1 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausgestoßen – nach Herstellerangaben. Das entspricht einem Verbrauch von 6,2 Litern Sprit auf 100 Kilometer. Das war etwas mehr als der Durchschnitt aller Pkw-Neuwagen: Er lag bei 133,4 Gramm und 5,6 Liter. Große Geländewagen liegen häufig deutlicher darüber als SUV.

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