Berlin Im Fall des erstochenen Arztes Fritz von Weizsäcker hat die Berliner Polizei Medienberichte bestätigt, wonach der Tatverdächtige aus Rheinland-Pfalz kommt. Der 57-Jährige habe dort seinen festen Wohnsitz und keinen in Berlin, sagte ein Sprecher der Berliner Behörde am Mittwoch auf Anfrage. Mit einem richterlichen Beschluss und Unterstützung der Kollegen in Rheinland-Pfalz werde die Wohnung des Mannes durchsucht. Die Ermittlungen dauerten an. Den genauen Einsatzort nennt die Polizei nicht.

Unterdessen liefen die Vorbereitungen für die Vorführung des 57-Jährigen bei einem Ermittlungsrichter, sagte der Sprecher. Wann genau dies am Mittwoch passieren sollte, stehe nicht fest. Der Richter sollte darüber entscheiden, ob der Verdächtige in Untersuchungshaft oder eine psychiatrische Einrichtung kommt.

Der 57-Jährige wurde noch vor Ort festgenommen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Der Verdächtige sollte in der Nacht verhört werden. Die Polizei ermittelt laut der Sprecherin in alle Richtungen. Beamte sollen demnach auch die Familie von Weizsäckers dazu befragen, ob es Bedrohungen gegeben haben könnte.

Ein Mann aus dem Zuschauerraum soll am Dienstagabend beim Dazwischengehen schwer verletzt worden sein. Es soll sich um einen Polizisten gehandelt haben, der privat bei dem Vortrag war. Mehrere von den etwa 20 Menschen im Publikum halfen laut Polizei, den Täter festzuhalten.

Von Weizsäcker hatte eine lange Karriere als Mediziner hinter sich. Nach Stationen in Freiburg, Boston und Zürich war er seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik.

Von Weizsäckers Vater Richard von Weizsäcker (1920-2015) war von 1984 bis 1994 Bundespräsident der Bundesrepublik, zuvor Regierender Bürgermeister von Berlin.

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