Gesundheitsreport
Deutsche sind Volk der Vielsitzer

Nur neun Prozent der Deutschen leben laut Expertenmeinung rundum gesund. Aber die Studie fördert nicht nur negative Beispiele zutage.

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Berlin Auto statt Fahrrad, Fernsehen statt Spaziergang, Bürostuhl statt Werkbank: Unter den Deutschen gibt es immer mehr Bewegungsmuffel, wie aus einer Umfrage im Auftrag der DKV Deutsche Krankenversicherung hervorgeht, deren Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden. Nur noch 43 Prozent der Befragten erreichten das empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität.

Für den Report wurden fast 2900 Deutsche interviewt. Es ergibt sich das Bild einer Gesellschaft, die sich für gesund hält, in Wahrheit aber träge geworden ist – und mitunter ernsthafte Probleme hat, mit Stress umzugehen.

Ungesunde Lebensweise

Mehr als die Hälfte der Befragten (61 Prozent) stufen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Das steht in einem krassen Missverhältnis zur Zahl der Menschen, die nach Einschätzung der Experten tatsächlich von sich behaupten können, rundum gesund zu leben. Nur neun Prozent haben genügend Bewegung, trinken wenig Alkohol, ernähren sich passend, rauchen nicht, und haben einen gesunden Umgang mit Stress.

Mangelnde Bewegung

Als ein Hauptproblem machen die Forscher mangelnde Bewegung aus. Erwachsene sollten pro Woche mindestens 150 Minuten moderater Aktivität – zügiges Gehen – oder 75 Minuten intensiver Aktivität – Joggen – nachgehen. Das schaffen 43 Prozent. Jeder Zehnte gab an, keiner körperlichen Aktivität nachzugehen, die länger als zehn Minuten am Stück andauert.

Dafür sind die Deutschen ein Volk der Vielsitzer. Auf fast acht Stunden summieren sich im Durchschnitt die Sitzzeiten an Werktagen. Männer sitzen dabei länger als Frauen, Alte weniger als Jüngere.

Zu wenig Regeneration

Die Studie stellt fest, dass sich die Befragten am Anfang der Woche regenerierter fühlen als am Ende der Arbeitswoche. In Jobs mit höherem Gehalt fällt die Kurve steiler nach unten als Menschen mit einem geringeren Einkommen. Auffällig ist die Zahl der Deutschen, die es so gut wie nie schaffen, frisch in den Tag zu starten – elf Prozent.

Alkohol und Rauchen

Die erfreuliche Botschaft aus Sicht der Gesundheitsexperten: In Deutschland gibt es immer mehr Nichtraucher. Nur noch 21 Prozent greifen demnach zur Zigarette. Und immerhin 82 Prozent trinken gaben an, gar nicht oder nur gelegentlich Alkohol zu trinken. Auffällig dabei: Je mehr die Befragten verdienen, desto häufiger heben sie das Glas.

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