Berlin Mal eben schnell schaukeln oder rutschen – auf Spielplätzen in Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg können diese kleinen Vergnügen zur Geduldsprobe für Kinder werden. Denn oft heißt es: Schlange stehen.

In den Metropolen wird der Platz für Spielflächen immer knapper. „Vor allem in den verdichteten Innenstadtbezirken ist die Lage prekär. In Zeiten des zunehmenden Wohnungsneubaus müssen wir schauen, dass noch Platz für die Kinder bleibt“, sagt Claudia Neumann vom Deutschen Kinderhilfswerk. Spielplätze seien oft die letzten Refugien für Kinderspiele.

In Berlin beispielsweise ist die durchschnittliche Spielfläche je Einwohner seit dem Jahr 2000 von 0,8 auf 0,6 Quadratmeter gesunken. Anfang der 1990er lag der Wert im Westteil der Stadt noch bei durchschnittlich 1,3 Quadratmetern. Laut Spielplatzgesetz von 1979 soll es mindestens ein Quadratmeter sein. Heute fehlen also 40 Prozent Spielplatzfläche in der Hauptstadt.

„Berlin ist das einzige Bundesland mit einem Spielplatzgesetz“, sagt Claudia Neumann. Daher gebe es dort auch Zahlen. „Bundesweit vergleichbare Werte liegen aber leider nicht vor.“

„Man kann nicht alle Städte und Gemeinden über einen Kamm scheren, aber insgesamt sind die Spielplätze ein Problem“, konstatiert Neumann. „Auch auf dem Land ist nicht überall Bullerbü, auch dort gibt es nicht überall Platz zum Spielen“.

Der langjährige Spielplatzdesigner Günter Beltzig aus Hohenwart in Bayern gibt ebenfalls zu bedenken: „Das geht in die Katastrophe. Wir haben in der Stadt keinen Platz mehr für Kinder. Wenn wir überlegen, wie viel wir für Autos haben: Pro Pkw brauchen wir etwa zehn Quadratmeter.“

Und obwohl Beltzig seit Jahrzehnten Spielplätze entwirft, bräuchte es die aus seiner Sicht nicht mal: „Kinder spielen überall, jederzeit mit allem.“ Eine Möglichkeit, Kindern mehr Raum zum Spielen zu geben, ohne viel Geld auszugeben, sind aus seiner Sicht Schulhöfe: „Beim Spielen werden Kreativität, Spontaneität und Hilfsbereitschaft trainiert, das lernt man nicht in der Schule, aber auf dem Pausenhof.“ Er schlägt daher eine Spielstunde pro Tag auf Schulhöfen vor.

Neben dem Platzproblem gibt es ein Geldproblem: „Die vor 15 bis 20 Jahren aufwendig gestalteten kommunalen Spielplätze sind heute zum Teil erheblich sanierungsbedürftig. Immer mehr Kommunen sehen sich nicht mehr in der Lage, die Mittel für eine Sanierung und Neugestaltung aufzubringen“, berichtet die Jugendreferatsleiterin vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, Ursula Krickl. In Städten wie Bremen, Frankfurt und Stuttgart rücken nun Straßen als Spiel- und Aufenthaltsorte wieder zunehmend in den Fokus.

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