Nairobi (dpa) - Bei einem Terroranschlag auf ein Luxushotel in Kenias Hauptstadt Nairobi sind Medienberichten zufolge mehrere Menschen verletzt und getötet worden. Die Behörden machten am Dienstag zunächst keine Angaben zur Zahl der Verletzten und zu möglichen Todesopfern.

Innenminister Fred Matiang'i sagte am späten Abend, die Lage sei inzwischen "unter Kontrolle" und alle betroffenen Gebäude seien gesichert worden. Die Terrorgruppe Al-Shabaab beanspruchte die Tat über den Radiosender Al-Andalus für sich. Sie kämpft seit Jahren in Somalia um die Vorherrschaft und verübt immer wieder Anschläge im Nachbarland Kenia.

Polizeichef Joseph Boinnet hatte zuvor von Verletzten gesprochen, aber ebenfalls keine Zahlen genannt. Lokale Medien machten unterschiedliche Angaben zur Zahl der Opfer. Die Zeitung "Daily Nation" sprach von mindestens sechs Toten und 30 Verletzten, "The Star" nannte einen Toten und 31 Verletzte. Eine Al-Shabaab nahe stehende Nachrichtenseite berichtete, die Angreifer hätten 47 Menschen getötet. All diese Angaben waren nicht zu verifizieren.

Der Anschlag hatte am Nachmittag mit einer Explosion vor dem Hotel begonnen, bei der nach Boinnets Angaben drei Autos beschädigt wurden. Daraufhin habe sich ein Selbstmordattentäter im Foyer des Hotels DusitD2 in die Luft gesprengt. Um wie viele Angreifer es sich handelte, war zunächst unklar. Einige verschanzten sich Boinnet zufolge stundenlang in dem Hotelkomplex, in dem sich auch Büros, Restaurants und Läden befinden.

Unter anderem hat der deutsche Softwarehersteller SAP dort ein Büro. Alle SAP-Mitarbeiter hätten das Gebäude verlassen können und seien in Sicherheit, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Ob die Angreifer letztendlich getötet oder festgenommen waren, sagten die Behörden zunächst nicht.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, er sei "bestürzt über den menschenverachtenden Terroranschlag in Nairobi", man verurteile diesen "aufs Schärfste". UN-Generalsekretär António Guterres drückte seine Solidarität mit den Menschen, der Regierung und dem Präsidenten von Kenia aus und verurteilte den "schrecklichen Terrorakt".

Das DusitD2 befindet sich unweit des Westgate-Einkaufszentrums, wo im Jahr 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen starben. In Kenia kommt es immer wieder zu Terroranschlägen, vor allem seit die kenianischen Streitkräfte die Regierung im Nachbarland Somalia im Kampf gegen Al-Shabaab unterstützen. Dies tun sie seit 2011 im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union (AU).

Der Anschlag am Dienstag fiel auf den dritten Jahrestag eines verheerenden Angriffs von Al-Shabaab gegen kenianische Streitkräfte in Somalia. Damals starben dutzende Soldaten. Die sunnitischen Fundamentalisten haben Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und wollen in Somalia einen sogenannten Gottesstaat errichten. Sie kontrollieren weite Teile von Süd- und Zentral-Somalia. Bei Anschlägen und Angriffen auf Zivilisten und Sicherheitskräfte sind bereits Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.