Louisville Louisville und der Rest der Welt haben sich von Sportlegende Muhammad Ali verabschiedet. Tausende Menschen säumten am Freitag in Alis Heimatstadt die gut 30 Kilometer lange Prozession vom Beerdigungsinstitut zum Friedhof Cave Hill. Alis Sarg wurde an frühen Stationen seiner unbeschreiblichen Karriere entlanggefahren, darunter sein Elternhaus und das Museum, das seinen Namen trägt. Bei einem anschließenden Gottesdienst richtete seine Witwe Lonnie bewegende Worte an die Weltöffentlichkeit. Unter den 15 000 Gästen waren unzählige Prominente.

Im Zentrum der Trauerfeier stand vor allem die Schlagkraft Alis neben dem Ring und seine Fähigkeit, Grenzen zwischen Schwarzen und Weißen, aber auch zwischen Religionen zu überwinden. „Amerika darf niemals vergessen, dass Wunder passieren können, wenn ein Cop und ein Kind aus der Innenstadt miteinander sprechen“, sagte Lonnie Ali und erinnerte daran, wie ein Polizist dem jungen Cassius Clay einst die ersten Boxschläge beigebracht hatte, nachdem das Fahrrad des Zwölfjährigen gestohlen worden war.

Er habe sein Leben und seinen Tod zu lehrreichen Augenblicken machen wollen, sagte Alis Witwe. „Er wollte die Menschen, die leiden, daran erinnern, dass er das Gesicht der Ungerechtigkeit gesehen hat.“ Er habe nie aufgegeben oder sich zu Gewalt hinreißen lassen.

Vor dem Ende des Gottesdienstes sagte Ex-Präsident Clinton, Ali habe immer als „ein universeller Soldat für unsere gemeinsame Menschlichkeit“ gedient. „Ich denke, Ali entschied sich in einem sehr jungen Alter, seine eigene Geschichte zu schreiben“, sagte er.

„Er war ein gewaltiger Blitz, von Mutter Natur aus dünner Luft kreiert, eine fantastische Kombination aus Kraft und Schönheit“, sagte der Komiker Billy Crystal in einer weiteren Trauerrede.

Die mehr als dreistündige Andacht krönte einen kompletten Tag des Ali-Gedenkens in Louisville. Der dreifache Schwergewichtsweltmeister war vergangene Woche im Alter von 74 Jahren gestorben. Er hatte zuvor rund drei Jahrzehnte lang gegen Parkinson gekämpft.

Schätzungsweise 100 000 Menschen verfolgten am Freitag den Leichenzug. Wie früher in seinen Kämpfen waren am Straßenrand ständig „Ali! Ali!“-Rufe zu hören. Der Schauspieler Will Smith und die früheren Boxchampions Mike Tyson und Lennox Lewis gehörten zu den Sargträgern, die anschließend Alis kirschroten Sarg in das schlichte Grab betten sollten. Auf dem Grabstein stehe nur ein Wort - „Ali“, sagte ein Sprecher der Familie, Bob Gunnell. Damit werde die islamische Tradition gewahrt.

Der Prozession schlossen sich alle neun Kinder Alis, Lonnie und zwei seiner Exfrauen an. Beim öffentlichen Gedenken waren auch Arnold Schwarzenegger, Regisseur Spike Lee, Schauspielerin Whoopi Goldberg, Basketballlegende Kareem Abdul-Jabbar und Fußballstar David Beckham dabei.

Die Redner auf der Trauerfeier wiesen auf Alis außerordentliche Karriere, seinen Einfluss auf die Gesellschaft und auch auf seinen Humor hin. „Ich kann Muhammad sagen hören: „Also ich dachte, ich sollte von zumindest einem Präsidenten gepriesen werden““, sagte Clinton der Menge. Crystal brachte die Gäste mit einer Imitation eines überheblichen, schnell sprechenden Ali zum Lachen und wies gleichzeitig auf das Charisma, die Freimütigkeit und das Talent des Box-Champs hin, eine Menge zum Ausrasten zu bringen.

„Wir haben Fotos von Blitzen im Moment des Einschlags gesehen, heftig in ihrer Stärke, großartig in ihrer Eleganz. Und im Augenblick des Einschlags erleuchtet er alles drumherum, so dass man alles klar sehen kann“, sagte Crystal. „Muhammad Ali hat uns mitten in Amerikas dunkelster Nacht getroffen.“

Ali, der vor seiner Konvertierung zum Islam Cassius Clay hieß, wirkte religionsübergreifend. Ein Zeugnis davon war die Tatsache, dass sowohl jüdische Rabbis als auch christliche Pfarrer und muslimische Geistliche auf der Trauerfeier sprachen.

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