Ostfriesland Die Lieblingsfernsehsendung meiner Mutter war „Das perfekte Dinner“. Wenn ich sie besuchte und die Sendung lief, musste ich sie mit ihr anschauen. Sie litt immer daran, dass ihr Sohn in vielen Talkshows im Fernsehen auftrat und in Kultursendungen vorkam, aber nie bei dem viel wichtigeren „Perfekten Dinner“ dabei war. Wenn Bettina sie zum Sauerbraten-Essen einlud oder ich eine Fischsuppe gekocht hatte, war ihr höchstes Lob immer: „Ihr könntet beim Perfekten Dinner mitmachen.“

Leider hat sie es nicht erlebt, als ich so eine Einladung erhielt. Zunächst ging es um das „Promi Dinner“. Aber dabei wollte ich nicht mitmachen, weil ich befürchtete, mit Pornostars und Dschungelcamp-Bewohnern eine Woche verbringen zu müssen. Außerdem hätte es meiner Mutter nicht gefallen, denn sie sagte mal: „Die meisten, die da mitmachen, kenne ich gar nicht.“

Aber dann erhielt ich erneut eine Einladung, und die klang besser. Ein „Perfektes Ostfriesen Dinner“ war geplant. „Nun“, sagte ich, „ich schreibe Ostfriesenkrimis. Das passt. Ich bin dabei.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Ostfriesland-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In der Literaturszene sorgte schon die Ankündigung für Aufregung. „Bist du wahnsinnig, Klaus-Peter? Du wirst dich blamieren. Mach lieber etwas Seriöses. Geh besser wieder zu 3nach9.“ Freunde machten sich echt Sorgen. Bettina versprach, mir als „Schnibbelhilfe“ zu assistieren und ermutigte mich: „Deine Fans verzeihen dir sowieso alles. Die freuen sich, wenn du echt bist.“

Im Sender kamen sie auf die Idee, zum Kriminalschriftsteller eine Kommissarin einzuladen. Das passte. Natürlich wollte ich etwas Ostfriesisches kochen. Meine Nachbarin Rita schlug Grünkohl mit Pinkel vor. Ich wollte ein Krimidinner präsentieren. Als Vorspeise Störtebekers Rache. Eine Fischsuppe. Als Hauptgang Das Schweigen der Lämmer. Deichlamm mit Bratkartoffeln und zum Nachtisch: Den Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Eis mit Roter Grütze.

Ich bin wahrlich Filmarbeiten gewöhnt und habe ein halbes Leben am Set verbracht, aber zwei Filmteams gleichzeitig im eigenen Haus zu haben, kostet Nerven. Ein Team bei mir in der Küche und eins bei meinen Gästen. „Du hast das Salz gerade mit so einer tollen Handbewegung in die Suppe gestreut. Kannst du das noch mal machen. Wir haben das leider nicht drauf.“

So versalzt man eine Suppe per Regieanweisung. Sah aber gut aus. Nein, ich habe nicht gewonnen. Ich wurde Letzter. Aber es hat Spaß gemacht. Es ist ein paar Jahre her, doch neulich traf ich eine Leserin. Sie sagte: „Ich habe Sie beim Perfekten Dinner kennengelernt. So bin ich Fan geworden. Ich habe mir danach all ihre Romane gekauft. Sie schreiben ja zum Glück keine Kochbücher.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.