Norden Schaukeln, Rutschen, im Sand buddeln – wer in der Norder Innenstadt mit Kindern einen Spielplatz besuchen will, der muss lange suchen. Von städtischen Spielplätzen ist im alten Kern Nordens keine Spur. „Das Gebiet ist unterversorgt“, sagt Olaf Akkermann vom Kinderschutzbund. Und eine Besserung scheint bislang auch nicht in Sicht: Denn einfach nur neue Spielplätze zu errichten, ohne dabei die Altersstruktur des Quartiers zu berücksichtigen, hält Fachdienstleiter Mirko Wento von der Stadtentwicklung und Bauaufsicht für wenig zielführend. „Grundsätzlich müsste man erst einmal den Nutzerkreis für das entsprechende Gebiet analysieren.“

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Dabei besteht laut Niedersächsischer Bauordnung durchaus die Möglichkeit, seitens der Stadt Spielplätze auch von Bauherren einzufordern. Im Paragraf neun ist darin festgelegt, dass beim Bau von Gebäuden mit mehr als fünf Wohnungen „ein ausreichend großer Spielplatz für Kinder im Alter bis zu sechs Jahren anzulegen“ ist. „Wenn aber ein Spielplatz in der Nähe ist, fordern wir das nicht ein“, sagt Wento.

Wenig Spielraum vorhanden

Und auch die Verwaltung selbst hat aktuell wenig Spielraum, im Zentrum der Stadt aktiv zu werden, wie es aus dem Fachdienst Umwelt und Verkehr heißt. Demnach gebe es keine freien Flächen, um Spielmöglichkeiten für Kinder in diesem Bereich zu entwickeln. Dabei ist durchaus bekannt, dass in Sachen Spielplätze in der Innenstadt Nachholbedarf besteht. „Dieser Bereich ist defizitär“, heißt es. Eine Chance könne in diesem Zusammenhang aber das neue Stadtentwicklungskonzept bieten, das sich derzeit in der Ausarbeitung befindet.

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Wunsch nach weiteren Spielmöglichkeiten

„Der Bedarf ist auf jeden Fall da“, weiß Olaf Akkermann. Vor einigen Jahren hatte der Kinderschutzbund, der selbst auch im historischen Stadtkern beheimatet ist, einen großen Spielplatz auf dem Gelände der Alten Sielschule errichtet und „der wird sehr gut angenommen“. So gut sogar, dass sich Akkermann auch für Neubauten im Innenstadtbereich weitere Spielmöglichkeiten wünscht. Er richtete deshalb vor rund vier Monaten in einer öffentlichen Sitzung mehrere Fragen an die Stadt. Bis heute ist diese ihm allerdings die Antwort schuldig geblieben, ob und wie viele Spielplätze bei den aktuell im Innenstadtgebiet geplanten Häusern mit mehr als fünf Wohnungen verlangt werden. „Warum das nicht beantwortet wurde, lässt tief blicken“, sagt Akkermann.

Während sich die Stadt in Sachen privater Spielplätze scheinbar in Zurückhaltung übt, ist sie an anderer Stelle allerdings aktiv. „Bei Neubaugebieten haben wir immer einen Spielplatz dabei“, sagt Fachdienstleiter Wento. Das sei auch bei dem jüngst verabschiedeten Gebiet „Südlich Wigboldstraße“ der Fall. Die Verwaltung hält sich dabei an eine Empfehlung des Deutschen Instituts für Normen (DIN), dass bei Spielplätzen bestimmte Empfehlungen gibt, ohne dabei Gesetzeskraft zu haben. „In Neubaugebieten werden diese Empfehlungen erfüllt, in den alten Bereichen gab es diese aber noch nicht“, erklärte der Fachdienst Umwelt und Verkehr in Bezug auf die städtischen Spielflächen der Innenstadt.

Elisabeth Ahrends Redakteurin / Redaktion Norden
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