Norden /Hage Die Tierheime füllen sich, die befürchtete Abgabewelle von „Corona-Tieren“ zeichnet sich langsam ab: Das beobachtet der Tierschutzbund in Deutschland. Eine Entwicklung, die sich allerdings noch nicht im Tierheim Hage und bei den Aktiven Tierfreunden Norden abzeichne, wie die Leiter der Einrichtungen, Marcus Lomberg (Hage) und Sonja Lindemann (Norden), auf Nachfrage unserer Redaktion sagten. Jedoch befürchten sie, dass die Welle in Ostfriesland erst noch kommen werde.

„Aktuell stellen wir nicht fest, dass Hunde und Katzen vermehrt wieder zurückgegeben werden“, sagte Lomberg. Er vermutet aber, dass eine Abgabewelle ab dem kommenden Frühjahr zu spüren sein könnte. „Wenn die Pandemie soweit vorüber ist, die Leute aus dem Homeoffice zurück ins Büro kommen und wieder mehr Menschen Flugreisen machen wollen.“ Auch möchte Lomberg nicht ausschließen, dass nicht alle Tierbesitzer den Weg ins Tierheim finden: Das Katzen oder Hunde irgendwo ausgesetzt oder angebunden werden, hält er für möglich.

Für eine Abgabewelle sieht er das bmt-Tierheim Hage aktuell aber gut aufgestellt. „Wir könnten eine Flut stemmen“, sagt Lomberg selbstbewusst. Nicht zuletzt, weil der „bmt“ („bund gegen missbrauch der tiere“) elf Tierheime in Deutschland betreibe. „Wir könnten dann gucken, wie beispielsweise die Lage in Köln aussieht, und notfalls Tiere dorthin abgeben“, erklärte Hages Tierheimleiter.

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Sonja Lindemann, Vorsitzende der Aktiven Tierfreunde aus Norden, sieht ebenfalls derzeit keine größere Abgabezahl bei Katzen und Hunden. Wobei die Norder Tierfreunde Hunde aber auch nur in Einzelfällen aufnehmen würden, wie sie einschränkt. „Ich denke aber, dass andere Tierheime Probleme mit einer vermehrten Abgabe von Hunden bekommen könnten. Denn um Katzen können sich auch Berufstätige noch leicht kümmern, Hunde sind aufwendiger in der Haltung“, so Lindemann. Daher rechne sie bei Katzen auch nicht mit einer Abgabewelle.

Die Norder Tierfreunde hätten allerdings mit einem anderen Problem zu kämpfen: Seit dem vergangenen Jahr kommen viele Kaninchen und Meerschweinchen in den Pflegestellen an. Aktuell würden die Norder rund sieben Kaninchen und „einige Meerschweinchen“ betreuen. Auch würde Lindemann auf Facebook des Öfteren auf Beiträge stoßen, dass Kaninchen gesichtet worden seien, die vermeintlich ausgesetzt wurden. „Ich denke, dass viele Kinder momentan ein Haustier möchten und die Eltern fälschlicherweise denken, dass ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen wenig Arbeit machen“, sagte Lindemann. Aber die Annahme sei nicht richtig: „Kaninchen und Meerschweinchen sind aufwendig in der Haltung. Der Käfig muss gesäubert und die Tiere müssen beschäftigt werden. Außerdem müssen sie artgerecht ernährt werden, zum Beispiel mit gepflückten Kräutern.“

Maike Thien Redakteurin / Redaktion Leer
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