Leer Schon die Kreuzchen gemacht oder geht´s noch ins Wahllokal? Fest steht: Landrat im Kreis Leer wird… Den Chefsessel im Rathaus besetzt… und die stärksten Stimmenzuwächse bekommt… Nein, Sie haben nicht wirklich erwartet, dass hier Prognosen stehen. Dafür würde es von den Parteien dem Vorwurf der Wahlbeeinflusser gebe – und die Vorhersage könnte völlig danebenzuliegen.

Bei einer Abstimmung - wenn sie dann aktuell im Kreis Leer anstünde - wäre ich mir allerdings ziemlich sicher, was dabei herauskommen würde: Möchten Sie, dass der Gallimarkt 2021 stattfindet? Ich bin überzeugt: Die Zustimmungsquote – ein Kreuzchen bei JA – würde bei weit über 90 Prozent liegen. Dennoch wird es den Markt nicht geben. Und das ist, bei allen Vergleichen mit anderen Großveranstaltungen, die stattfinden, absolut sinnvoll und berechtigt.

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Warum, schließlich kann doch in Hamburg auch der Dom stattfinden oder im Fußballstadion zigtausend Fans ihren Lieblingssport genießen? Ganz einfach: Der besondere Charme des Marktes ist die Spaßbremse. Jedes Jahr kommen in pandemiefreien Zeiten eine halbe Million Menschen.

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Mitten in der Altstadt steppt fünf Tage der Bär - nicht auf irgendeiner Festwiese. Und hier einen Markt zu organisieren, der alle Corona-Auflagen der Landesregierung Niedersachsens erfüllen muss, ist nicht möglich. Eine Festwiese, wie das Hamburger Heiligen-Geist-Feld, den Marktplatz in Papenburg oder den Schützenplatz in Emden kann man einzäunen und den Zugang kontrollieren. Versuchen Sie das mal in der Leeraner Altstadt, wo Menschen leben und zur Arbeit gehen? Und: Der Dom findet über vier Wochen statt. Da können Besucherströme gesteuert werden. In Leer würden statt der 500.000 in fünf Tagen maximal zwischen 15 bis 25.000 Gäste täglich erfasst, kontrolliert und dann auf das Gelände gelassen werden (3G-Regel). Was meinen Sie, was am verkaufsoffenen Sonntag in der Stadt los wäre, wenn Tausende nicht reingelassen werden? Und dann ist da auch noch die wirtschaftliche Komponente: 500.000 Besucher geben halt mehr aus. Und die verkürzten Öffnungszeiten und und und. Auch für die Stadt als Ausrichter wäre der Corona-Gallimarkt mit deutlich höheren Kosten verbunden und weniger Einnahmen. Etwa 80.000 Euro schätzt die Stadt.

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Den Markt zeitlich auszudehnen – nicht so einfach. Fragen Sie mal die Anlieger und – wenn es so kommen würde – gegebenenfalls die Gerichte, wie die auf Eilanträge gegen die Veranstaltung reagieren würden… Und dann machen wir uns doch nichts vor: Ein Corona-Gallimarkt wäre einfach kein Gallimarkt, wie ihn alle lieben und genießen. So würde es eben nicht die unbeschwerten Treffen vor dem Schwarzwaldhaus geben, wo die Buten-Leeraner sich traditionell wiedersehen. Ganz ehrlich: Es ist besser keinen Gallimarkt zu feiern, als einen falschen…

Der Beschluss der Politik sieht nun vor, dass als Alternative ein Freizeitpark in den nächsten Wochen auf dem BBS-Parkplatz während der Herbstferien geprüft werden soll. Gut so, sollte dann aber nicht als „Lüttje Gallmarkt“ verstanden werden, denn das ist er nicht.

Unverständlich ist nur, dass mit der Absage nicht gleich das Signal an die Marktfans folgte: Wir machen eine kleine Alternative. Corona ist nicht neu, die Verordnungen und die Problematik – siehe oben – ebenfalls seit langem in den Grundzügen bekannt.

Schade, hier hätte eine Stadtverwaltung in der Bevölkerung Pluspunkte sammeln können. Hoffen wir also, dass der kleine Freizeitpark schlussendlich etwas „bliede“ macht.

PS: Und wenn es auch keine Abstimmung zu dem Gallimarkt gibt: Nicht vergessen, die Stimme abzugeben. In Afghanistan, Belarus und in vielen anderen Ländern dieser Welt wären die Menschen sehr glücklich, wenn es demokratische Wahlen geben würde. Und bei der Kommunalwahl entscheidet sich, wie es in den nächsten Jahren vor der Haustür weitergeht. Also: Kreuzchen machen!

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