OSNABRüCK Der Religionspädagoge Bülent Ucar sieht noch viele Probleme bei der Ausbildung islamischer Geistlicher in Deutschland. Studiengänge alleine reichten nicht aus. „Wir brauchen langfristige Ziele und entsprechende Umsetzungsschritte“, sagte Ucar. An diesem Montag startet in Osnabrück zum ersten Mal in Deutschland ein universitäres Weiterbildungsprogramm für Imame in deutscher Sprache.

Es gebe noch viele offene Fragen, sagte Ucar. Beispielsweise müsse geklärt werden, wer die Imame in den Moscheegemeinden bezahlt. „Ein Modell wäre, über eine öffentliche Stiftung nachzudenken, die die Imame in den Gemeinden bezahlt.“ Es wäre auch möglich, die Integrationsarbeit und nicht die Tätigkeit als Geistlicher zu bezahlen. Ucar selbst befürworte einen Vorschlag des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann (CDU), Imame mit einer halben Stelle als Religionslehrer einzustellen.

Ein Problem sei es auch, qualifizierte Wissenschaftler für die Institute zu finden. „Die Bewerberlage ist sehr dürftig“, sagte Ucar. Er selber habe in drei Berufungskommissionen in Münster, Osnabrück und Hamburg mitgewirkt. „Wenn man da Leute einstellt, die entweder wissenschaftlich nicht korrekt sind, oder möglicherweise von den Muslimen nicht akzeptiert werden, sehe ich enorme Probleme auf uns zukommen.“

Wahrscheinlich müssten die Institute erst mit ausländischen Theologen starten, die dann in den kommenden Jahren eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden könnten. Ucar warnte davor, zu viele Institute in Deutschland zu gründen. Der Bedarf sei nicht so groß.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.