Wildeshausen Beim Gedanken an die Rente freuen sich so einige darauf, endlich Ruhe in ihr Leben einkehren zu lassen. Oder aber sie planen bereits die nächste große Reise. Für Christel und Peter Müller kam es anders. Die beiden waren längst im Rentenalter, als sie im Januar 2018 beschlossen haben, den Betrieb der Wollscheune Wildeshausen an der Wilhelmshöhe 5 von ihrem Sohn Andreas zu übernehmen. Christel Müller ist seitdem Inhaberin der Wollscheune. Um ihre Kunden kümmert sich das Ehepaar gemeinsam. „Mein Mann und ich lieben das Geschäft heiß und innig“, erzählt die 72-jährige Wildeshauserin. Sie sehe das Geschäft aber eher als ein Hobby an, ergänzt sie.

Mehr als 50 Jahre Erfahrung im Fellgeschäft bringt Peter Müller mit. Als junger Mann in den 70er-Jahren lebte er in Neuseeland und arbeitete dort für eine Gerberei. „Damals musste man noch mit dem Schiff hin- und herfahren“, erinnern sich beide. „Wäre ich heute noch einmal 26, würde ich vielleicht nicht wiederkommen“, meint Peter Müller. Ob sie dort hätte leben wollen, wisse sie aber nicht genau, erzählt seine Frau. Einige Male sei sie aber dort gewesen. Die Liebe der beiden für das Land habe wohl auch auf ihren Sohn Andreas, im Jahr 2017 Schaffer der Schützengilde, abgefärbt.

Nach drei Jahren entschied Peter Müller, nach Deutschland zurückzukehren und den Vertrieb der neuseeländischen Firma in Europa aufzubauen. Später übernahm sein Sohn diese Aufgabe und eröffnete außerdem die Wollscheune. Als aber im Fellvertrieb immer mehr Arbeit anfiel, sprangen die Eltern ein.

In ihrem Sortiment dreht sich fast alles um Wolle und Schafe. Das Hauptgeschäft in der Wollscheune sind jedoch die Felle. Sowohl ungefärbt als auch in bunt gibt es die, zum Beispiel in rot, grün und rosa. Besonders schön sähen die Felle auf weißen Möbelstücken aus, findet die 72-Jährige. So einiges ist in der Wollscheune noch Handarbeit. Viele der Felle, die über die Ladentheke gehen, hat Peter Müller selbst zugeschnitten.

Auch überregional ist das Geschäft der Eheleute beliebt. Sogar Stammkunden aus Bayern habe sie, erzählt Christel Müller. Dabei legt die 72-Jährige viel Wert auf den persönlichen Kontakt. Es gebe zwar auch einen Onlineshop, angelegt von den Töchtern des Ehepaares. „Viel bieten wir darüber aber nicht an.“ Auch jüngere Kunden kämen lieber persönlich vorbei, berichtet die Wildeshauserin.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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