Oldenburg Irgendwann fing Daniel Stark an, mit dem Holz zu reden. „Man wird halt ein bisschen komisch“, erklärt der 34-Jährige, wenn man zu lange alleine arbeitet. Für sein Handwerk, den Gitarrenbau, braucht er keinen besonderen Ort. Doch als Mensch und Geschäftsmann zog es ihn vor zwei Jahren aus Apen zurück in seine Heimatstadt Oldenburg.

In der Lindenstraße ist heute sein Gitarrenatelier Stark zu finden. Nah an den Kunden, die ihre Instrumente zur Reparatur vorbeibringen. Und nah an den Musikern, die keine Gitarre von der Stange wollen, sondern die sich qualitativ hochwertige Handarbeit wünschen. Davon gibt es inzwischen einige. Rund ein Jahr Wartezeit müssen Starks Kunden mittlerweile zwischen Auftrag und Fertigstellung einrechnen.

Davon ist sein Mitstreiter noch einige Schritte entfernt. Alexander Voß-Schütte (32) teilt sich die Werkstatt mit Daniel Stark und ist seit zwei Jahren dessen Diskussionspartner. Im Gegensatz zum stummen Holz gibt er auch Antworten. „Wir tauschen uns sehr viel aus und lernen voneinander“, erzählt Stark. Beide vertreiben ihre jeweils eigene Marke, ohne sich indes gegenseitig Konkurrenz zu machen. Während Stark sich auf Instrumente mit Nylonsaiten spezialisiert hat, fertigt der Bremer Voß-Schütte Stahlsaitengitarren unter dem Namen Voss Guitars – allerdings noch nebenberuflich. „Ich versuche das auszubauen, damit ich davon leben kann“.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bis dahin ist es ein weiter Weg, denn schließlich stellen die beiden Gitarrenbauer keine Massenware her, die für ein paar Euro im Supermarkt angeboten wird. Ab 3000 Euro aufwärts, je nach Ausführung und Sonderwünschen, muss der Kunde auf den Tisch legen. Gerade einmal zehn bis 15 neue Gitarren pro Jahr verlassen Starks Atelier.

Sehr hilfreich ist natürlich ein guter Ruf in der Branche. Profi-Musiker, die Oldenburger Gitarren spielen, sind die beste Werbung fürs Geschäft. „Ein Professor aus Frankreich zum Beispiel spielt seit zehn Jahren eine meiner Gitarren und hat mir schon viele Folgeaufträge vermittelt“, erzählt Stark. Sein zweisprachiger Prospekt ist gespickt mit lobenden Zitaten von Musikern aus der Slowakei, Georgien oder den USA. „Es braucht auch ein bisschen Glück“, weiß er, betont allerdings das große Aber: „Die Gitarre muss das hergeben.“ Nur mit hochwertigen Ergebnissen könne man die Chance, aufs Glück zu treffen, vergrößern.

Und selbstverständlich auch mit klassischer Produktbewerbung auf Ausstellungen und Messen. Auf heimischem Parkett präsentieren sich Daniel Stark und Alexander Voß-Schütte am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. August, allerdings nicht einem Fachpublikum. Als Mitglieder des Kreativnetzwerks cre8 haben die Gitarrenbauer die Einladung zur ersten Messe der Kreativwirtschaft „Creative Oldenburg“ angenommen. In der Bauwerk-Halle am Pferdemarkt stellen sie sich gemeinsam mit anderen kreativen Köpfen der Stadt der „klassischen“ Wirtschaft vor.

Was sie dort erwartet, können die beiden Instrumentenbauer selbst nur teilweise abschätzen. Als sehr wertvoll erachten sie den Kontakt mit den anderen Kreativen aus der Stadt. „Wir arbeiten ja auch mit dem einen oder anderen zusammen, zum Beispiel wenn es um Fotos, Internetseiten oder Broschüren geht“, meint Stark. Doch was wird das Gespräch mit einem Unternehmer einbringen – wenn er nicht gerade Gitarre spielt? „Hinterher werden wir mehr wissen.“ Stark und Voß-Schütte bleiben durch den Messebesuch zumindest im Gespräch – und zwar nicht mit Holz.

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.