Oldenburg Wie viel Geld verdient die Führungsmannschaft des Klinikums um Geschäftsführer Dirk Tenzer? Wie viel Steuergeld wendet die Stadt für die Geschäftsführung der Bädergesellschaft auf? Wie hoch ist die Vergütung an der Spitze der Verkehr und Wasser Gesellschaft VWG mit Michael Emschermann und Morell Predoehl?

Auf diese Fragen gibt die Stadtverwaltung künftig Auskunft. „Mehr Transparenz und Offenheit“ lautet die Devise für diese Neuregelung, die das neue „Handbuch Beteiligungen“ der Stadt enthält.

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Weit übers Ziel hinaus

Die SPD hat Bedenken gegen die von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann mit angeschobene Transparenzoffensive. „Das lehnen wir ab, wir befürchten Nachteile bei Neueinstellungen“, begründete Ratsherr Bernd Ellberg die kritische Haltung seiner Fraktion. Starke Kandidaten könnten abgeschreckt werden durch die Aussicht, über ihr Gehalt öffentlich Rechenschaft ablegen zu müssen. „Die gehen dann halt woanders hin. Oldenburg hätte dann einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Städten, bei denen das Einkommen nicht offengelegt wird.“

Die CDU teilt die Bedenken nicht. „In Schweden gibt es Handbücher, in denen die Höhe der Steuerzahlungen der Nachbarn veröffentlicht werden“, hielt Ratsherr Michael Rosenkranz dagegen.

Auch die Grünen können sich mit der Sicht der SPD nicht anfreunden: „Jeder kann das Gehalt des Oberbürgermeisters einsehen. Warum soll das bei Geschäftsführungen von Tochtergesellschaften anders sein?“, lautet die rhetorische Frage von Ratsfrau Rita Schilling bei den Beratungen in der jüngsten Finanzausschusssitzung.

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Thorsten Castelli von der Stadtverwaltung räumte Vorbehalte in den Reihen städtischer Geschäftsführer ein. „Wir haben mit allen gesprochen und konnten erklären, was die Regelung bedeutet. Im Klinikum beispielsweise haben wir erläutert, dass nicht das Gehalt des Geschäftsführers gesondert ausgewiesen wird, sondern die Vergütung für das Leaderboard. Das hat zur Beruhigung beigetragen.“

Gegen die Stimmen der SPD beschloss der Finanzausschuss die Veröffentlichung bei allen Managern, die künftig eingestellt werden. Die Abstimmung im Rat am kommenden Montag (26. September, 18 Uhr, Kulturzentrum PFL) gilt als Formsache.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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