Januar

Das Jahr beginnt milde. Sieben Grad plus im Schlossgarten bringen Pflanzen zur Unzeit zum Blühen. In der Gastronomie wird diskutiert, ob E-Zigaretten unter das Rauchverbot fallen. Diskussion und E-Zigarette verschwinden im Laufe des Jahres. Am 5. bläst Orkan „Andrea“ mit 113 Stundenkilometern über Oldenburg hinweg. Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen will das umstrittene Grafen-Denkmal nach Rastede holen. Ex-OB-Horst Milde und die Stifter lehnen ab. Die Grünen sprechen sich gegen den Bau eines Windparks in Etzhorn aus und die Schausteller sagen den Frühlingsmarkt ab – neben der Weser-Ems-Halle laufen die Geschäfte schlecht. Aus anderen Gründen meldet das Bauunternehmen Hecker Insolvenz an: Das Verfahren um die Schäden am Jade-Weser-Port drückt dem Unternehmen die Luft ab. Die Stadt scheitert mit einer Bahnklage: Ein Baustopp für die Strecke nördlich der Stadtgrenze kommt nicht.

Februar

Kulturministerin Wanka lässt den Grafen nicht ans Schloss: Es gebe keine neuen Sachverhalte, antwortet sie kühl auf eine weitere Eingabe des Grafen-Verfechters Milde. Apropos kühl: Eine Kältewelle lässt einige der Zu-Früh-Blüher im Schlossgarten absterben. Im weiteren Verlauf frieren nicht nur die Seen, sondern auch der Küstenkanal zu. Trotz der Kälte beginnen an der Weser-Ems-Halle die Bauarbeiten für die neue Mehrzweckhalle. Das Finanzamt meldet Rekord-Einnahmen von 1,35 Milliarden Euro: Platz zwei in Niedersachsen. Die SPD setzt mit der CDU den Windpark Etzhorn durch. In der Ansgarikirche gibt es eine Andacht zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Lokaler Anlass sind die Schändung des jüdischen Friedhofs und der NPD-Sitz im Rat. Die Feuerwehr zieht von der Auguststraße in ihr neues Domizil in Bürgerfelde.

März

Der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer eröffnet den Solarpark auf dem Fliegerhorst. Fünf Tage später wird am Bahnhof „eine Fliegerbombe“ gefunden. 8000 Oldenburger sollen ihre Häuser für die Entschärfung verlassen. Alles ist vorbereitet, da stellt sich heraus: Die Bombe ist ein Rohr, die Evakuierung wird abgesagt. Ein Gutachter beziffert die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Oldenburg dennoch mit 850. Am Evangelischen Krankenhaus werden aus einem anderen Grund Container aufgestellt: Die Klinik wird umgebaut, ganze Abteilungen ziehen für voraussichtlich zehn Jahre in die Blechkisten. Wer mal raus will aus seinen vier Wänden, darf dies nun länger: Der Rat schafft die Sperrstunde wieder ab.

April

Das Grafen-Denkmal steht zur Ansicht drei Stunden am Schloss und sorgt für heftige Debatten. Die Besitzer des Park-Hotels geben auf, das Haus wird später zur Flüchtlingsunterkunft. Oldenburgs Jung-Star Emily singt elf Mal mit Roger Cicero. Die Unfallstatistik 2011: Fünf Tote, weniger Unfälle, aber viel mehr Verletzte. In Ohmstede baut die GSG 104 Mietwohnungen. Das westfälische Unternehmen Depenbrock kauft Teile der insolventen Hecker-Bau. Die Machbarkeitsstudie für eine Bahnunterführung in Ofenerdiek listet fünf Varianten auf. Die Kostenschätzungen der Stadt für eine Bahnumfahrung lösen massive Kritik aus. Monika Barkemeyer und Bahattin Aslan werden bei der NWZ -Aktion als „Oldenburger des Jahres“ ausgezeichnet. Die erste Sitzung des neuen Integrationsausschusses bringt Kompetenzstreit. Nach Abschaffung der Sperrstunde registriert die Polizei mehr Müll und mehr Pöbeleien.

Mai

Das Kochfestival feiert auf dem Schlossplatz eine grandiose Wiedergeburt mit 20 Köchen. Es ist Bestandteil der städtischen Reihe „Begegnungen“, die diesmal Südafrika gewidmet ist. Es gibt sechs Stadtteilkonferenzen zum Thema Bahnlärm. Die Stadt präsentiert erstmals Überlegungen zum „Weißen Campus“ als Entwicklung im Rahmen der European Medical School“ (EMS). Das Hafenfest kehrt als „Hafenlust“ zurück und soll fester Bestandteil des Event-Kalenders werden. Die innerstädtische Gartensaison beginnt. Beim Partnertreffen feiert Oldenburg mit 300 Gästen aus sieben Regionen. Der Rat beschließt (gegen die Grünen) die Zustimmung zum Vergleich mit der Bahn vor dem Bundesverwaltungsgericht. Tenor: vorgezogener Lärmschutz gegen Rücknahme der Klage in Sachen Streckenausbau nördlich der Stadtgrenze. Das führt zur Spaltung der Klägergemeinschaft. In VWG-Bussen werden Kameras installiert.

Juni

Die VWG verkündet für 2011 ihr „bestes Wirtschaftsergebnis aller Zeiten“. Der Bund will die Flughafensiedlung verkaufen und sorgt damit für Unruhe unter den Bewohnern. Die Grünen entscheiden sich mit 36:35 gegen Windräder in Bornhorst, SPD und CDU aber bringen das Projekt auf den Weg. Filmfest-Chef Torsten Neumann verklagt drei Politiker von SPD und Grünen wegen angeblich falscher und ehrverletzender Äußerungen, lehnt einen Vergleich ab und verliert später den Prozess in zwei von drei Fällen. 10 000 Fans feiern auf dem Pferdemarkt beim Public Viewing den Auftaktsieg der Deutschen bei der Fußball-EM. In der Grundschule Kreyenbrück bricht eine Decke ein – vor Unterrichtsbeginn. Drei Monate vor Eröffnung des Schlauen Hauses geht Geschäftsführer Olaf Klaukien. 8 000 feiern den Christopher Street Day. Die städtische Auszeichnung „Oldenburger Bulle“ geht an den Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hans Kaminski.

Juli

Bei der 15. Monatsdemo gehen 200 Menschen auf die Straße, um gegen Bahnlärm zu protestieren. Für den Waffenplatz gibt es endlich neue Pläne, und der Horst-Janssen-Platz wird „getauft“. Es soll nicht nur ein neues Wohnbauprogramm mit Millionen gefördert werden, sondern am Stadthafen auch ein neues Quartier wachsen. Der niedersächsische Wissenschaftsausschuss als letzte Instanz lehnt die Petition des ehemaligen Landtagspräsidenten Horst Milde ab: Der Graf als Denkmal kann reiten, wo er will, aber nicht vor dem Schloss. Der Kultursommer kommt auf 70  000 Besucher. Dr. Petra Buchholz wird Geschäftsführerin des Schlauen Hauses. Von den acht Investoren, die die Donnerschwee-Kaserne kaufen wollen, erhält das „Projekt Rentenvorsorge“ aus Hannover den Zuschlag, die Oldenburger Bieter um die GSG gehen beim Verkauf des „städtebaulichen Sahnestücks“ leer aus. Die Lärmschutz-Debatte geht weiter.

August

5000 Freizeitsportler rollen oder fahren bei der Inliner-Sommertour durch die Stadt. Die internationalen Keramiktage verzeichnen 60 000 Besucher, und am 10. August werden die Traumgärten in der Innenstadt wieder abgebaut. Historisches Pflaster wird in der Rebenstraße entdeckt. Die Frage, ob es sichtbar bleiben soll, befürworten nicht alle. Der Seeschiff-Umschlag im Hafen steigt um 40 Prozent. Mit etwa 32 Grad geht das dritte August-Wochenende als das heißeste des Jahres 2012 in die Geschichte ein. Ein Ofenerdieker darf in seiner Straße keine Bank aufstellen. Die Deutsche Post beginnt mit dem Bau eines Paketzentrums in Tweelbäke. Ende August gibt die Stadt die Pläne auf, die Gärten der Häuser der Klävemann-Stiftung zu bebauen. SPD: Bernd Bischoff erklärt seine Kandidatur und machte das Trio mit Dennis Rohde und Paul Behrens komplett. Am Ende setzt sich Rohde durch, 1,7 Millionen Euro werden für ein Straßen-Sanierungsprogramm in Aussicht gestellt. Kohlkönig Günther Oettinger eröffnet das 37. Stadtfest.

September

Zum Finale des Stadtfestes lässt sich Sozialdezernentin Dagmar Sachse nicht abkochen. Souverän gewinnt sie den Kochwettbewerb. Das Schlaue Haus wird vor allem ein teures. Mehr als zwei Millionen teurer wird der Prestigebau, der Ende des Monats eröffnet wird. Zum Filmfest gibt es reichlich Streit über die Finanzen und Besuch aus Hollywood. Oskar-Gewinnerin Mira Sorvino enthüllt ihren Stern und Christopher Coppola macht ein Filmprojekt mit Schülern aus Oldenburg und Los Angeles. Insgesamt kommen 13 000 Besucher. Richtfest am Neubau der Weser-Ems-Halle: Das 38-Millionen-Euro-Projekt soll im April 2013 eröffnet werden. Grünes Licht auch für die European Medical School. Das Land stimmt dem Vertrag zu. Trotz schlechten Wetters verfolgen 80 000 Schaulustige den Umzug zum Kramermarkt.

Oktober

Am Alten Gymnasium stürzt ein riesiger Ahorn auf den Fahrradstand. Zum Glück befindet sich kein Kind in der Nähe, es gibt nur Sachschaden. Ein Hausbesitzer hatte im Vorfeld mehrfach gewarnt, dass nach Bauarbeiten des OOWV die Standsicherheit gefährdet sei. Die Bahn kündigt an, auf vier Meter hohe Lärmschutzwände zu setzen. Fotomontagen von Stadt und Bahn sorgen bei vielen Oldenburgern nicht für Begeisterung. Die Bahninitiativen erneuern ihre Forderung nach einer Umgehung. Die Bettensteuer kommt wieder. Der Rat beschließt einen neuen Anlauf. Diesmal sollen nur Touristen, nicht aber Geschäftsleute zahlen. Der Hotel- und Gaststättenverband kündigt eine Klage an. Der NWZ -Media-Store eröffnet am Rathausmarkt. Die Oldenburger Kommissarin Kristina Weiss ist sympathischste Polizistin Norddeutschlands, sie gewinnt beim Wettbewerb eines Radiosenders. Rekordbeteiligung am City-Lauf: Über 3 000 Sportler laufen mit. Der Kinoladen von Werkstattfilm darf nicht eröffnen. Grund: Ein fehlender Bauantrag.

November

Die 38. Kibum findet statt. 10 000 Kinder, Jugendliche und Eltern besuchen die Messe. Motto diesmal: „Afrika erzählt“. In der Donnerschwee-Kaserne sollen 750 Wohnungen entstehen, teilt der Investor aus Hannover mit. Den Preis für Familienfreundlichkeit „Olly“ bekommen Stadtbäckerei und OLB. Beim Dauerthema Bahn hat der Rat einen Beschluss gefasst: Im Planfeststellungsverfahren soll eine Bahn-Umgehung gefordert werden. Oldenburg liegt bei einem Städtevergleich wieder vorn. Die Initiative Soziale Marktwirtschaft setzt die Stadt im Dynamik-Ranking auf Platz zwei bundesweit.

Dezember

Das Kreiswehrersatzamt schließt nach 56 Jahren. Die NWZ  meldet exklusiv: Umweltminister Peter Altmaier beerbt EU-Kommissar Günther Oettinger als Kohlkönig. Nach langem Streit eröffnen Ali Zahedi und Werkstattfilm den Kinoladen am Steinweg. Das Jugendamt nimmt eine 14-Jährige aus Ennepetal in Obhut, die angeblich hier zwangsverheiratet werden soll. Der Stadtfestvertrag wird um drei Jahre verlängert. Verwaltung und Politik schaffen erste rechtliche Grundlagen für den „Weißen Campus“. Klinikum-Geschäftsführer Rudolf Mintrop wechselt nach Dortmund. Das „Schlaue Haus“ wird immer teurer: 8300 Euro/m². Die NWZ  deckt auf: Das Olantis muss im Sommer für Reparaturen drei Monate geschlossen werden. Rot/Grün einigt sich auf einen Haushalt, dem sich andere anschließen. Der Rat beschließt eine Projektgruppe, die Strategien zur Bahn entwickeln und vor allem auch PR-Arbeit für die Umgehung im Umland betreiben soll. Von dort hagelt es nämlich Kritik am Kurs des Rates.

Michael Exner Autor
Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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