OLDENBURG „Die Erde wird untergehen, aber erst in viereinhalb Milliarden Jahren.“ Für Bernward Große, Vorsitzender der Sternfreunde Oldenburg, ist der nach dem Maya-Kalender angeblich für den 21. Dezember dieses Jahres bevorstehende Weltuntergang kein Thema. Er und seine Vereinskollegen setzen auf Fakten: Beim 8. Astronomietag der Sternfreunde am Sonnabend im PFL konnten Besucher selbst durch ein Teleskop schauen und sich bei Vorträgen informieren.

„In der Astronomie kommen viele Bereiche zusammen“, erklärt Sylvia Didem, die begeistert von ihrem Hobby berichtete. „Mathematik, Atomphysik, Biologie, Mechanik – es umfasst das ganze Leben“, schwärmt sie. „Das Interesse unserer Mitglieder ist dementsprechend breit gefächert, das geht von den neuesten Infos über den Merkur bis zum Raketenantrieb.“

Am Nachmittag durften Besucher durchs Teleskop sogar in die Sonne schauen. „Dazu nutzen wir einen Spezialfilter, der nur 0,1 Prozent des Sonnenlichts durchlässt. Sonst würde man sofort blind werden“ erklärt Joachim Lexer, der seit 20 Jahren die Sterne beobachtet. Diese 0,1 Prozent reichen aus, um die Sonne gut erkennen zu können und Sonnenflecken zu sehen.

Außerdem war es dank des relativ klaren Wetters möglich, den Jupiter bei Tag zu beobachten. Und weil das Sterne beobachten nachts noch spannender ist, waren die Sternfreunde ab 19 Uhr noch auf der Dobbenwiese, um Interessierten Planeten und Sternenhaufen zu zeigen.

In den Vorträgen ging es um Asteroiden und Kleinplaneten wie den Pluto oder Gesteinsbrocken, die auf die Erde stürzen. „Da tauchen täglich einige 100 Tonnen in unsere Atmosphäre ein“, erklärt Lexer. „Aber das meiste verglüht einfach.“ Und Große ergänzt: „Wir kennen mittlerweile alle größeren Gesteinsbrocken, die in unserem Sonnensystem unterwegs sind. Die Gefahr eines Zusammenstoßes ist äußerst unwahrscheinlich.“

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Und wie steht es mit den Untergangsmythen ` la Roland Emmerich wegen des Endes des Maya-Kalenders im Dezember 2012? „Die Mayas verbanden Astronomie mit ihrer Religion und bestimmten die beste Zeit für die Ernte oder den Kriegsbeginn mit Hilfe ihres Kalenders und den Planeten“, erklärt Große, der sich extra für den Astronomietag intensiv mit den Mayas beschäftigt hat. „Aber die Maya-Könige haben diesen Kalender immer wieder beeinflusst, so dass kein exakter Zeitvergleich mit unserer Zeitrechnung möglich ist. Bei meinen Recherchen über die Zeitrechnung bin ich auf eine Diskrepanz von gut 900 Jahren gestoßen. Das würde heißen: 2012 plus-minus 900 Jahre.“

„Außerdem sind die meisten Befürchtungen Quatsch“, meint er. „Sonnenstürme gab es schon immer. Im Januar wurde der stärkste seit 2005 gemessen. Aber wir beobachten die Sonne und haben drei Tage Zeit, bevor so ein Sturm die Erde erreicht, weil die Strahlung langsamer ist als das Licht.“ Dann würden Satelliten mit empfindlicher Elektronik abgeschaltet, weil die Strahlung diese angreife. Große weiter: „Das Magnetfeld der Erde schützt uns vor Strahlung, vor allem der Van-Allen-Gürtel. Und der existiert schon, seit es die Erde gibt.“

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