OLDENBURG Das ist auch für die erfahrenen Berater des Haus- und Grundeigentümerverbands Oldenburg neu: Immer mehr Mitglieder lassen sich seit Anfang des Jahres darüber beraten, ob sich eine Investition in vermietbare Immobilien lohnt. Hintergrund seien die Chancen durch die hohe Nachfrage und das niedrige Zinsniveau sowie Inflationsängste, berichteten Helmut Steinhauer (Vorstand) und Jan-Dieter Hickstein (Geschäftsführer) jetzt bei der Vorlage des Jahresberichts 2011.

„Immer stärker werden wir aber auch mit Sorgen konfrontiert“, sagte Hickstein. Die potenziellen Investoren sorgen sich vor allem um die bauliche Nutzbarkeit von Grundstücken und lassen Einschränkungen durch Leitungs- und Wegerechte sowie Abstands- und Bauteppiche vor einer Bau-Entscheidung akribisch abklären. Noch stärker sei die Verunsicherung aber bei Erwerbern von Mehrfamilienhäusern. „Es geht um die Angst, dass teure Maßnahmen zur energetischen Sanierung vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden“, so Hickstein. Und weiter: Gesetzgeber und Gerichte werden nicht müde, die Immobilieneigentümer zu überraschen und zu verunsichern“.

Die Investition lasse sich zwar zu einem bestimmten Satz umlegen – aber im Einzelfall lägen die Mieten dann so hoch, dass man sie nicht durchsetzen kann – und die Wirtschaftlichkeit sei dann auch nicht nachgewiesen. Steinhauer rät dazu, vor einer Sanierung alles mit den Mietern in einer Modernisierungsvereinbarung abzuklären – auch Dauer und Umfang der Arbeiten. Laut Hickstein treibt das Problem verpflichtender energetischer Sanierungen auch Besitzer eigengenutzter Immobilien um. „Viele ältere Menschen wissen genau, dass sich eine solche Investition in ihrer Lebenszeit nie mehr amortisieren wird.“

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Nach wie vor „Dauerbrenner“ seien Betriebskostenabrechnungen und Nachbarschaftsrecht. Das gehe von Überwegungsrechten bis hin zum berühmten Ast, der aufs Nachbargrundstück rage. Steinhauer mutmaßt, dass die große Zahl von Streitigkeiten ihren Grund auch darin hat, dass Grundstücke kleiner werden: „Da gibt es mehr Nachbarn auf weniger Fläche.“

Immer mehr Räumungsprozesse veranlassen den Verband dazu, den Mitgliedern zu raten, finanzielle Verhältnisse von Mietinteressenten genau zu prüfen. Es sei zu beobachten, dass die Leistungsfähigkeit aufgrund der harten Konkurrenz um Wohnungen oft übertrieben werde.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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