Oldenburg „Mit Speck fängt man Mäuse“ heißt der älteste Wahlspruch der Lobby-Arbeiter. Die Zeiten haben sich geändert, doch bei den traditionsbewussten Oldenburgern und deren Adressaten funktioniert das archaische Ritual „Mit Kohl fängt man Politiker“ immer noch glänzend. Seit nunmehr 60 Jahren wird das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ genutzt, um bei den Regierenden in der jeweiligen Bundeshauptstadt gute Stimmung für die Stadt Oldenburg und das Umland zu machen.

Wie kam es überhaupt zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“?

Der Urknall des „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ war die Anfrage des Oberstadtdirektors Johann Eilers im Jahr 1956 an Bundespräsident Theodor Heuss, ob er sich einen Besuch in Oldenburg vorstellen könnte. „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit“, lautete die Antwort von „Papa Heuss“ – die Veranstaltung war geboren. Seit 1998 findet sie in Berlin statt. Zweimal musste das Essen ausfallen – 1962 wegen der Flutkatastrophe an der Nordsee und 1991 wegen des Golf-Kriegs.

Wer wählt eigentlichden Kohlkönig aus?

Zielsicher nimmt Oldenburgs Oberbürgermeister (früher Oberstadtdirektor) die Vorauswahl des neuen Regenten vor. Das achtköpfige Kurfürsten-Kollegium entscheidet über den neuen Kohlkönig. Nach offizieller Lesart fällt die Entscheidung erst am Abend der Veranstaltung. Dann zieht sich das Kollegium zur Beratung zurück und proklamiert den König. Nach NWZ -Informationen wird es 2017 Andrea Nahles sein.

Wer sitzt im Kurfürsten-Kollegium?

2016 waren dort vertreten: Kurfürst Dietmar Wischmeyer (alias Günter der Treckerfahrer), Matthias Brückmann (Vorstandsvorsitzender der EWE AG), Heinrich Engelken (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank), Gerhard Fiand (Vorstandschef der Landessparkasse zu Oldenburg), Dr. Rolf Hollander (Vorstandschef der Cewe Stiftung), Patrick Tessmann (Vorstandsvorsitzender der Oldenburgischen Landesbank AG), Franz Thole (Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg) und Bernd Busemann (Präsident des Niedersächsischen Landtages).

Wann findet das nächsteGrünkohlessen statt?

Das nächste Grünkohlessen der Stadt Oldenburg in Berlin findet am Montag, 6. März 2017, statt. Diesen Termin haben die Niedersächsische Landesvertretung in Berlin und die Stadt Oldenburg jetzt festgelegt. Als Hausherr der Landesvertretung hat Ministerpräsident Stephan Weil zugesagt. Dietmar Wischmeyer übernimmt zum dritten Mal die Proklamation der neuen Kohlmajestät.

Wer nimmt am OllnborgerGröönkohl-Äten teil?

300 Repräsentanten des politischen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens, die sich für Oldenburger einsetzen – oder es noch tun sollen.

Wer war bereits Oldenburger Kohlkönig?

Die Riege der Oldenburger Grünkohlkönige ist lang und prominent: Selbst Altkanzler Helmut Kohl brachte es zum Oldenburger Kohlkönig. Auch Amtskollegen wie Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Angela Merkel durften sich mit Kohlpalme und -zepter schmücken.

Alle bisherigen Kohlkönige sehen Sie hier

Wer sorgt für Grünkohl und Getränke?

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und die Berufsbildenden Schulen Oldenburg (BBS) III. Unter ihrer Anleitung betreuen Azubis aus der Region Oldenburg die Gäste an den Tischen. Der „Löffeltrunk“ stammt von Hullmann, das Pils aus dem Friesischen Brauhaus zu Jever. 2016 wurden verspeist:

 200 kg Grünkohl

 60 kg Fleischpinkel

 95 kg Kasseler-Kotelett

 50 kg Kochmettwurst

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 38 kg geräucherter Speck

Also doch: Mit Speck fängt man Mäuse – was zu beweisen war!

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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