Oldenburg Die Zahlen sind deutlich und die Auswirkungen auf die Wirtschaft drastisch: Die im Jahr 2015 durch Cyberkriminalität verursachten Schäden in Unternehmen hierzulande belaufen sich laut Online-Portal Statista auf 40,5 Millionen Euro. 45 000 Fälle registrierten die Ermittlungsbehörden in Deutschland für 2015.

Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2011 mit 71,2 Millionen Euro hat sich die Schadensumme zwar deutlich verringert, Entwarnung kann aber nicht gegeben werden. Zumal die erheblichen IT-Sicherheitsprobleme der Deutschen Telekom am Wochenende die Verwundbarkeit selbst riesiger Konzerne aufgezeigt hat.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Stadt Oldenburg/Ammerland wurden im laufenden Jahr bislang fünf Fälle von so genannten Cyberangriffen auf Unternehmen bearbeitet.

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„In diesen Fällen wurde jeweils die betriebsinterne Software soweit manipuliert, dass der Betrieb vorübergehend lahmgelegt wurde. Dies führte letztlich jeweils zu Arbeits- oder Produktionsausfällen“, erklärte Pressesprecher Stephan Klatte.

„Geschädigte Firmen melden sich bei uns, wenn sie Opfer eines Angriffs geworden sind – in solchen Fällen werden Anzeigen erstattet und Ermittlungen aufgenommen“, so Klatte weiter. „Allgemeine Prüfungen bzw. Umfragen im Hinblick auf Datensicherheit nehmen wir nicht vor.“ Deshalb erlangt die Polizei keine Kenntnis, wenn ein Angriff – zum Beispiel aus Scham – nicht gemeldet wird.

Grundsätzlich sollte es im eigenen Interesse liegen, sich vor Cyberkriminalität zu schützen. Im Bedarfsfall wird allerdings Hilfe von Verbandsseite gewährt. „Wenn sich aktuelle Fälle auftun, informieren wir unsere Mitglieder und stehen auf Wunsch auch beratend zur Seite“, sagte Michael Bruns, Sprecher der Oldenburgischen IHK. „Wir empfehlen generell den Website-Check für kleinere Firmen.“ Zudem seien zum Thema „Industrie 4.0 – aber sicher!“ beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag nützliche Informationen zu finden.

Das Thema Cyberkriminalität kommt bei der Handwerkskammer Oldenburg so gut wie gar nicht vor. „Höchstens einmal, wenn ein Firmen-Account geknackt wurde, bekommen wir davon Kenntnis“, stellte Sprecherin Fenja Gralla fest. Trotzdem wird das wichtige Thema bei der HWK aktiv begleitet, zum Beispiel mit dem Hinweis auf das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk der BFE in Oldenburg. Hier werden Klein- und Mittelständler beim Aufbau einer Digitalstrategie betreut, aber auch zum Thema Sicherheit beraten.

Nach Angaben des LKA Niedersachsen verzeichnen über 40 Prozent aller Unternehmen in Deutschland Angriffe auf ihre IT-Systeme, viele mehrmals. Ein Sprecher machte deutlich, dass es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Wenn man aber bestimmte Verhaltensregeln verfolge, könne man es den Tätern so schwer wie möglich machen.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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