Etzhorn Überrascht waren Susanne Höhndorf-Windmann und Werner Höhndorf vom Haseler Weg, als sie Anfang Mai ein Schreiben von der Stadt erhielten. Sie wurden aufgefordert, einen Holzzaun, den sie beim Einzug im Jahre 2006 gezogen hatten, nach nun fast neun Jahren unverzüglich abzureißen.

„Zur Herstellung des rechtmäßigen Zustands“, wie es im Schreiben heißt. Begründung: Gemäß § 56 der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) ist der Eigentümer verantwortlich dafür, dass das Baurecht eingehalten wird. Und am Haseler Weg dürfen keine Einfriedungen der Grundstücke vorgenommen werden.

Der rechtsverbindliche Bebauungsplan stammt vom 9. Oktober 2009. Höhndorfs haben aber nach eigenen Angaben schon 2006 den Zaun gezogen und jetzt nach neun Jahren „aus dem heiteren Himmel“ wie Werner Höhndorf sagt, ein Schreiben bekommen, „in dem wir unter Androhung von Zwangsmitteln den Zaun entfernen sollen.“ Die Stadtverwaltung hält dagegen, dass Luftaufnahmen von 2013 vorliegen, auf dem noch kein Zaun zu sehen ist. „Die Zaunverläufe ca. 2007 und 2013 könnten wir über Luftbilder sogar ziemlich genau dokumentieren“, sagt Pressesprecher Reinhard Schenke. „Alles Quatsch“ sagt Höhndorf und zeigt ein Foto, auf dem im Hintergrund der Brand des Firmengebäudes von Bernhard Matthews von Anfang 2009 und im Vordergrund der Zaun zu sehen ist. Sein Nachbar Oliver Carlsen bestätigt: „Der Zaun hat sich im Verlauf zwar geändert, aber er steht seit 2006 an dieser Stelle“, so Carlsen .

Der Zaun wurde damals gebaut, um auf der einen Seite einen Sichtschutz zu gewährleisten, andererseits aber auch, um gegen den jahrelangen Lärm der Baufahrzeuge, die zum Baugebiet „Am Wallheckenring“ fahren mussten, und gegen die Staubbelastung zu schützen.

Acht Jahre lang konnten Höhndorfs ihr Grundstück nur über eine staubige oder nasse und unbeleuchtete „Baustraße“ erreichen, bis im vergangenen Jahr endlich die Straße in Richtung Wallheckenring fertig gestellt wurde. „Obwohl wir die Anliegergebühren schon damals gleich bezahlen mussten“, ärgert sich der Hausherr.

Auf der Innenseite des Zaunes wächst die Kirschlorbeerhecke inzwischen fast zwei Meter hoch entlang des rund 20 Meter langen Zaunes. „Wir sind ja bereit, wenn die Hecke bald dicht genug ist, den Zaun wegzunehmen – aber die Hecke muss stehen bleiben“, fordert Werner Höhndorf.

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Ein Zaun ist im Abstand von drei Metern von der Straßenbegrenzungslinie planungsrechtlich zulässig. Der Bebauungsplan schließt nur Einfriedungen innerhalb der nicht überbaubaren Flächen, die an den Straßenverkehrsflächen liegen, aus. Das würde bedeuten, dass Höhndorfs nicht nur ihr Gartenhäuschen versetzen, sondern das ganze Grundstück „umkrempeln“ müssten.

„Gegen diesen Zaun muss die Bauaufsichtsbehörde schon aus Gründen der Gleichbehandlung einschreiten. Anderen Eigentümern im Bereich des Bebauungsplanes ist die Errichtung solcher Zaunanlagen auch verwehrt worden“, so das Presseamt der Stadt. Erst Anfang des Jahres hatten Anwohner am „Wallheckenring“ sich auch gegen die Verfügung der Stadt gewehrt, ihre Zäune abzureißen (die NWZ berichtete).

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