OLDENBURG Pferde- und Reiterskulpturen haben in Oldenburg schon häufiger Diskussionen ausgelöst. Die heftigste Kontroverse entzündete sich 1970 an den kantigen Betonpferden des Bildhauers Dr. Heinrich Schwarz, die inzwischen wie die Brücken zur Silhouette des Pferdemarkts gehören. Auch der Bronzeguss des Grafen Anton Günther, der jüngst auf dem Landesturnier in Rastede vorgestellt wurde, hat nicht nur Freunde.

Graf Anton Günther lag und liegt dem Oldenburger Grafiker Klaus Beilstein am Herzen: Gemeinsam mit Künstlerfreunden, darunter Udo Reimann und Bernd Wagenfeld, gründete er in den Siebzigern die Künstlergruppe „Kranich“, benannt nach dem Apfelschimmel des Grafen. Mit einem Gipsmodell des Zossen sorgten sie in der Stadt für Furore, etwa als sie es in einer Nachtaktion neben den Betonpferden platzierten.

Über die Bronzeskulptur, die auf Initiative von Bernd Eylers und Klaus Dirks von dem Dresdner Bildhauer Walter Hilpert geschaffen wurde, sagt Beilstein: „Ich finde die witzig.“ In seinen Augen fällt sie in die Kategorie des Ebers, der auf dem Marktplatz an der Hauptstraße beim Eversten Holz steht. „Als ernsthaftes Kunstwerk finde ich das fragwürdig“, meint er und würde es gern im Schlossgarten aufstellen. „Dort könnte es gut im Gebüsch stehen, irgendwo, wo es sich im Wasser spiegelt.“ Die Zeit für so etwas sei vorbei. Man könne höchstens ein Pop-Objekt daraus machen, indem man es überstreichen würde.

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Bereits 2008 hatte der Oldenburger Künstler Michael Ramsauer eine Skulptur Anton Günthers gestaltet, bei deren Enthüllung im Oktober 2008 in Elsfleth Landschafts-Präsident Horst-Günter Lucke sich freute, dass Graf Anton Günther, die wichtigste Person der Landesgeschichte, nun in einem modernen Denkmal verewigt worden sei.

SPD-Fraktionsvize Bernd Bischoff findet die Idee des ehemaligen Oberbürgermeister Horst Milde (SPD) gut, den barocken Anton Günther beim Schloss aufzustellen. Die Form der Skulptur stört ihn nicht. „Dieser Graf Anton Günther passt zum Schloss. Wie er dargestellt wird, ist eine Frage des Künstlers.“

Ähnlich sieht es auch der Oldenburger Oberbürgermeister. „Ich kenne das Standbild nur vom flüchtigen Vorbeigehen und aus der Presse“, sagte Gerd Schwandner auf Anfrage der NWZ . „Die Darstellung des Graf Anton Günther liegt in der künstlerischen Freiheit des Bildhauers.“ Mit Fragen nach Leitlinien von Kunst im öffentlichen Raum für Oldenburg werde sich der Kulturausschuss nach der Sommerpause beschäftigen. Den Antrag hatte die FDP-Fraktion gestellt.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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