Oldenburg „Ich bin selbst Chefin von 30 Mitarbeitern gewesen – und habe ein Auge auf die familiäre Situation des Teams gehabt“, erzählt Katja Schade. Nach zwei Jahren Elternzeit wollte die 41-jährige Mutter nun selbst wieder in ihren Beruf zurückkehren.

Doch das gestaltet sich schwierig: Einen Krippenplatz für ihren Sohn Mateo hat sie nicht bekommen. Und das, obwohl die ehemalige Abteilungsleiterin sich im Januar fristgerecht bemüht hat. „Ende Februar sollten die Zusagen kommen – doch nicht für uns.“ Katja Schade setzte sich auf die Listen für das Nachrückverfahren, telefonierte die Krippen ab und suchte das persönliche Gespräch.

Hoffen und Bangen

Planungssicherheit? Fehlanzeige. Bis Ende April, so die Angabe der Stadt, würde sich einiges tun; Schade solle abwarten. „Das sind Monate, in denen man hofft und bangt. Für uns Mütter war das Gesprächsthema Nummer eins.“ Bis Mai rechnete Schade mit einem Platz für Mateo.

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Bewusst habe sie auf zweifelhafte Methoden verzichtet: „Natürlich hätte ich mich auch als Studentin bei der Uni einschreiben können, um bessere Chancen bei den studentischen Krippen zu haben.“ Doch auch als Studentin ist ein Krippenplatz nicht sicher, weiß Schade. Eine ihr bekannte Studentin hat nun gerade noch einen Platz bei einer Tagesmutter bekommen. 25 Bewerbungen bei Oldenburger Krippen habe auch ihre Nachbarin eingereicht – ohne Erfolg im ersten Anlauf.

Konkurrenz um Plätze

Unter der Hand werden die Plätze wie heiße Ware gehandelt. „Eine Bekannte gab mir den Tipp, dass eine Familie umzieht – und ein Krippenplatz frei wird. Umgehend habe ich mich dort gemeldet. Aber ich kam zu spät: 60 Minuten zuvor hatte schon ein anderes Kind den Zuschlag bekommen.“

Einen Anspruch auf Betreuungsgeld – umgangssprachlich auch als „Herdprämie“ bezeichnet – hat Katja Schade nicht. Dies wird nur an Eltern ausgezahlt, deren Kinder nach dem 31. Juli 2012 geboren sind. Mateo kam im Februar vergangenen Jahres zur Welt. „Es wäre also leichtfertig zu sagen, dass wir die Wahl haben.“ Denn Mateo hat einen Rechtsanspruch auf Betreuung – nicht aber auf Betreuungsgeld.

Schade ist überzeugt, dass die Stadt nicht rechtzeitig genug mit dem Ausbau der Krippen begonnen hat. „Die Verwaltung wäre sehr gut beraten, sich die Tagesmütter nicht zu vergrätzen. Sie federn vieles ab.“ Tatsächlich setzt sich die Versorgungsquote in Oldenburg von 37 Prozent aus mehr als zehn Prozent bei den Tagesmüttern zusammen.

Mittlerweile ist auch eine Tagesmutter für Mateo gefunden, der Vertrag aber noch nicht unterschrieben. Im Gegensatz zur Krippenbetreuung, die bis 18 Uhr möglich ist, kann die Tagesmutter nur vormittags aufpassen. Anfang 2014 wollte Schade wieder Teilzeit arbeiten – wenn Mateo sich gut in der Krippe eingewöhnt hat. „Im Idealfall hätte ich zwei Präsenztage und einen Telearbeitsplatz. Doch dafür brauche ich eine Nachmittagsbetreuung.“

Prioritäten setzen

Ihr Mann ist berufstätig, Verwandtschaft nicht vor Ort. Durch zu viele Hände solle ihr Sohn auch nicht gereicht werden. Bei der Tagesmutter hingegen sieht sie Mateo gut aufgehoben. Beruflich steckt sie nun erstmal zurück: „Die erste Priorität hat die Familie.“

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Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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