OLDENBURG Als Andreas Slopinski und Jessica Greulich im September einen Telefon- und Internetanschluss beim Unternehmen „Alice“ beantragten, waren sie noch guter Dinge. Deswegen buchten sie für den bestehenden Telekom-Anschluss in der Wohnung an der Rostocker Straße nur die Telefonvariante. Nun, Anfang März, stehen die beiden noch immer ohne Internet da – auch die von „Alice“ offerierte Flatrate ist nicht freigeschaltet.

Sechs Monate Irrlichtern zwischen Telekom, der die letzten Meter Kabel vor der Wohnung gehören, und „Alice“, die die Nutzung des Kabels bei der Telekom beantragen müssen. Slopinski und Greulich gehören zu der wachsenden Zahl der Konsumenten, für die der Wechsel des Telekommunikationsanbieters zu einem nervenraubenden Hindernislauf wird.

Im Falle der beiden Neu-Oldenburger entzündeten sich die Schwierigkeiten an differierenden Personaldaten. Während „Alice“ bei der Telekom die Freischaltung des Anschlusses in der Hausnummer 16 beantragte – dort wohnen die beiden – hatte die Telekom den Anschluss von Beginn an fälschlich unter der Nummer 18 geführt. Weil die Daten des „Alice“-Antrags nicht mit denen der Telekom-Datenbank übereinstimmten, blieb die Umschaltung aus. „Alice“ habe 20mal die Freischaltung beantragt – ohne Ergebnis. Jessica Greulich rief ein ums andere Mal beim Telekom-Kundenservice an, um ihre Hausnummer ändern zu lassen – konnte aber nichts erreichen. Nur die Rechnungsadresse wurde geändert – die Stammdaten nicht, nur einmal von der Hausnummer 18 auf die Hausnummer 18 (kein Druckfehler).

Als die NWZ am Freitag bei Telekom-Sprecher Niels Hafenrichter nachhakte, waren die Stammdaten dann tatsächlich doch geändert worden. Warum das so lange gedauert hatte, konnte er auf die Schnelle nicht feststellen – sagte aber eine Prüfung zu. Auch Jessica Greulich bekam keine Auskunft über die Hintergründe – „außerdem muss man beim Kundenservice alles immer wieder von vorne erzählen – als würde die Telekom die Gespräche überhaupt nicht dokumentieren.“

Im Hintergrund dieser Possen schwelt zwischen den Anbietern, die die Telekom-Hausverkabelung nutzen müssen, und der Telekom Streit. Während die Telekom beklagt, dass die Konkurrenten immer mehr Umschaltungen abfordern als angemeldet – „wir müssen ja schließlich das Personal dafür stellen“ – wollen die Konkurrenten unter Federführung der Telefonica mehr Volumen von der Telekom bei der Regulierungsbehörde erstreiten.

Für Jessica Greulichs Vater hat der Streit noch schlimmere Folgen: Er wollte zu „Alice“ wechseln, die Telekom schaltete die Leitung ab. „Alice“ aber schaltete nicht frei. Seit September telefoniert der Mann ausschließlich mit seinem Handy.

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