OLDENBURG Der Automobilzulieferer Saia-Burgess (Kreienstraße) will 98 seiner 150 Stellen in Oldenburg streichen. Wie IG Metall und Betriebsratsvorsitzender Wilfried Wimberg am Montag bestätigten, sollen dem Stellenabbau Entwicklung und Administration des Standorts zum Opfer fallen. „Der innovative Bereich soll zum Konzernsitz in Murten/Schweiz verlegt werden“, sagte Wimberg. Trotz mehrerer Nachfragen der NWZ gab es keine Stellungnahme der Geschäftsführung.

Wimberg sieht nun auch die langfristige Perspektive des Produktionsstandorts gefährdet: „Unsere Fertigung ist gut ausgelastet, aber ich sehe keine neuen Produkte.“ Die Stimmung sei schlecht: „Bei der Lage der Autoindustrie rechnet sich keiner große Chancen auf eine neue Stelle aus“, sagte Wimberg. IG-Metall-Sekretär Andreas Hinz sagte, dass Saia-Burgess Personalabbau in all seinen deutschen Werken plane: „Wir glauben an einen Rückzug aus Deutschland“.

Die Schweizer Saia-Burgess-Gruppe gehört zum chinesischen Konzern Johnson Electric (Shanghai). In Oldenburg werden vor allem Mikroschalter, Sensoren etwa für Luftgüte, Ölzustand und Temperatur, Bremssysteme sowie Subsysteme für Schlösser produziert und entwickelt. Der Standort in Nadorst hatte unlängst für Schlagzeilen gesorgt, weil die verlängerte Werkbank SBE Mikrotechnik nach Ungarn verlegt wurde und 90 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihren Arbeitsplatz verloren. Um die Abfindungen wird vor Gericht gestritten (NWZ berichtete).

Auch um die Abfindungen für Saia-Burgess-Mitarbeiter zeichnet sich Streit ab. Laut Betriebsrat stehen insgesamt nur 350 000 Euro für 98 Mitarbeiter zur Verfügung – das sei völlig unzureichend.

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Saia-Burgess war laut IG Metall seit längerem von der Krise der Autoindustrie betroffen und hatte seit Dezember 2008 Kurzarbeit gefahren.

Klaus Wegling, Chef der Wirtschaftsförderung, sagte, er werde Kontakt mit der Geschäftsführung aufnehmen: „Wir bedauern diese Entscheidung sehr.“

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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