OLDENBURG OLDENBURG - Wenn es in Oldenburg um bedrucktes Papier geht, dann kommt die Rede früher oder später auf den Namen Prull Druck. Seit 80 Jahren ist das Unternehmen am Scheideweg im graphischen Gewerbe ein Begriff – und aus kleinsten Anfängen wurde ein inzwischen weit über die Region hinaus bedeutendes Unternehmen. Ohne die Wurzeln im Buchdruck zu vergessen, zählt Prull heute mit zwei Rollenoffsetmaschinen zu den Unternehmen, die hohe Auflagen mit hoher Qualität und Schnelligkeit kombinieren können: Eine Voraussetzung für den Erfolg im wachsenden Geschäft mit vierfarbigen Prospekten.

Gegründet wurde das Unternehmen am 5. März 1925 von Hugo Prull, damals 22 Jahre alt, der im Wohnzimmer seiner Eltern am Scheideweg eine kleine Buchdruckerei eröffnete. Prull hatte während des ersten Weltkrieges Buchdrucker gelernt; als er sich selbstständg machte, hatte Deutschland gerade Inflation und Währungsschnitt hinter sich. Prulls Erparnisse und die seiner Eltern – sein Vater war Tischlermeister – reichten für die notwendigsten Geräte: Eine Druckmaschine, eine Schneidemaschine, zwei Setzregale. Prulls Grundregel: Keine Kredite!

Dennoch konnte das Unternehmen wachsen. Formulare und Drucksachen in einfacher Ausführung waren der Grundstock dafür, dass Prull nach einem Jahr das Wohnzimmer verlassen konnte. Er baute ein einstöckiges Betriebsgebäude hinter demWohnhaus, 1929 wurde es aufgestockt, 1932 folgte ein Neubau – wieder ohne Kredite. Elf Mitarbeiter druckten an inzwischen drei Maschinen und mehreren Hilfsmaschinen.

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Im zweiten Weltkrieg gehörte Prull nicht zu den kriegswichtigen Betrieben, es gab auch politische Repression; dafür folgte in den 50er und 60er-Jahren ein kräftiger Aufschwung: Bald waren 70 Menschen bei Prull beschäftigt, allein an Druckmaschinen zählte man ein Dutzend, bis heute sind aus den ursprünglich 50 Quadratmetern Produktionsfläche 4000 geworden. Daran war Hans Prull, heute gemeinsam mit seinem Sohn Hugo Hergen Geschäftsführer des Unternehmens, schon beteiligt: Er trat 1948 ins Unternehmen ein und machte 1954 seine Meisterprüfung.

Heute umfasst das Produktionsspektrum des Unternehmes Geschäftsdrucksachen, Prospekte, Broschüren, Kataloge, Zeitungsbeilagen und Geschäftsberichte. Eines der Hauptstandbeine: Werbe-und Streuprospekte. Prull sah die Chance dieses wachsenden Geschäftsfeldes und investierte Mitte der 90er-Jahre in zwei Rollenoffstemaschinen. 2001 wurde in eine hoch moderne Anlage investiert, mit der digitale Druckdaten direkt auf Druckplatten belichtet werden. (ohne den Umweg über Film zu gehen). In der Weiterverarbeitung aber setzt man auf altbewährte Buchdruckmaschinen, die stanzen, prägen, falzen.

Prull ist zu 50 Prozent an Industriedruck Norden beteiligt, in beiden Standorten zusammen sind etwa 100 Menschen beschäftigt. Stets werden zwei bis drei junge Leute zu Druckern und Mediengestaltern ausgebildet.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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