Oldenburg Direkt vor den Toren der Stadt, abgegrenzt vom Wall der Autobahn 29, liegt das Naturschutzgebiet Bornhorster Huntewiesen – 350 Hektar groß und sehr belebt, wie der Oldenburger Biologe Volker Moritz am Donnerstagabend dem Umweltausschuss berichtete. Der Naturwissenschaftler hatte mit seinem Team 2014 und 2015 die Vogelwelt im Gebiet erkundet – und im vorigen Jahr 66 (2014: 70) Vogelarten nachgewiesen, von denen 33 (38) auch im Gebiet brüteten. Bei den Wiesenbrütern habe man das „beste Jahr seit 2004“ verzeichnen können.

Eine der am stärksten vertretenen Arten war mit 55 Brutpaaren der Kiebitz. „Die Bornhorster Wiesen sind das wichtigste Brutgebiet dieser Vogelart in der Hunteniederung“, sagte Moritz. Schwankungen in der Brutpaar-Zahl seien nicht ungewöhnlich, da die Vögel häufig in den Moorhauser oder Gellener Polder auf Elsflether Gebiet abwandern, um dann irgendwann zurückzukehren. Weitere Brutvögel in 2015 waren der Große Brachvogel mit elf Paaren, die Uferschnepfe mit 12, die Bekassine mit 17 und die Feldlerche mit 57 Paaren. Der äußerst seltene Wachtelkönig war 2015 nicht anzutreffen, obwohl 2014 noch drei Brutpaare zu finden waren. „Es stand kein Wasser in den Wiesen“, sagte Moritz, „dann kommt er nicht.“

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Der Bestand der Uferschnepfe ist laut Moritz auf niedrigem Niveau stabil. Dort gab es in den 70er-Jahren noch rund 70 bis 80 Brutpaare. Zwischenzeitlich seien die Zahlen stark gesunken, inzwischen gebe es wieder zwölf Paare.

Das Jahr 2015 sei von „wenig Störungen“ der Tiere gekennzeichnet gewesen, sagte Moritz. Wenn man den Schutz der Brutvögel optimieren wolle, müsse man über Grünlandmanagement nachdenken, das die Nutzung der Ländereien durch Landwirte auch in der nicht ganz so hart geregelten Schutzzone I weiter beschränke – etwa bei Düngung und Mahd. „Aber dann muss man auch über Geld für Ausgleichszahlungen reden“, sagte er.

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Doch es gibt auch natürliche Bedrohungen für die Gelege. „Rund 25 bis 30 Prozent der Nester und der erwachsenen Tiere werden von Raubtieren erlegt“, sagte Jan Kalusche, ein Mitarbeiter von Moritz, der 2015 die Luft- und Bodenraubtiere im Naturschutzgebiet untersuchte. Unter anderem mit Foto- und Haarfallen sowie „Luftraumbeobachtungen“ wies Kalusche Tiere wie Ringelnatter, Mauswiesel, Wanderratte, Hermelin und Steinmarder nach, bei den Raubvögeln lagen Rabenkrähe und Mäusebussard ganz vorn, auch Turmfalken und Graureiher waren häufig vertreten.

Hans-Hermann Mohrmann von der Jägerschaft Oldenburg berichtete zudem, dass wildernde Hauskatzen im Gebiet ein Problem darstellten. Dabei handele es sich um Tiere, die von der Randbebauung aus auf Jagd gingen, aber zunehmend auch um verwilderte Tiere, die von ihren früheren Besitzern im Naturschutzgebiet ausgesetzt wurden. In der Raubtierstudie tauchten keine Katzen auf.

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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