Oldenburg Seit Jahren eilt die Vierol AG von einem Rekordergebnis zum nächsten. 2018 war wieder das beste Geschäftsjahr seit der Gründung 1977. Mit genauen Zahlen hält sich das Familienunternehmen bedeckt. Doch das Wachstum schlägt sich in zwei Großinvestitionen nieder: In die Erweiterung der Unternehmenszentrale an der Karlstraße fließen rund zehn Millionen Euro. „Die Pläne sind fertig und intensiv mit der Stadt und anderen Beteiligten besprochen“, berichtete Mirja Viertelhaus-Koschig, die Vorsitzende des Vorstandes, am Rand des Neujahrsempfangs. „Wir stellen in diesem Monat den Bauantrag.“

Bis 2020, so hofft die Firmenchefin, entsteht hinter dem jetzigen Gebäude ein zweiter Baukörper in identischen Maßen und Formen.

In Rastede, wo Jürgen R. Viertelhaus Vierol gründete und 2008 ein Logistikzentrum entstand, sollen außerdem 15 Millionen Euro in ein Versandlager fließen. Die Pläne für das Projekt am Autobahnkreuz Oldenburg-Nord seien allerdings nicht abgeschlossen, sagte Mirja Viertelhaus-Koschig am Freitag.

Groß- und Kleinraum

„Wir brauchen Platz, es wird jedes Jahr enger“, begründet die Unternehmenschefin die Erweiterung der Zentrale. 110 Beschäftigte arbeiten hier derzeit. Die Zahl werde deutlich steigen. Vierol wachse vor allem im IT-Bereich. 2025 werde jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug in Deutschland mit E-Antrieb fahren. „Deshalb ist es wichtig, die Weichen jetzt zu stellen.“ Durch ein weiteres Vorstandsmitglied, zuständig für IT und Logistik, werde Vierol diese Entwicklung ab Sommer in der Führung abbilden.

Der Erweiterungsbau verfügt über 60 Tiefgaragen-Plätze und wird von der Taastruper Straße erschlossen. Während der Baukörper identisch zum bestehenden Firmensitz ist („Zwilling“) setzt Vierol bei der Raumaufteilung neue Akzente. So sollen neben Großraumbüros kleinere Arbeitsräume entstehen. „Wir brauchen beides: Größere Räume für Teams und Rückzugsmöglichkeiten für Einzelne“, sagt t Mirja Viertelhaus-Koschig. Die Mitarbeiter seien in die Pläne einbezogen worden. „Alle sagen: Ich möchte mit meinem Team zusammensitzen, brauche aber auch eine Ecke, um einmal ungestört arbeiten zu können.“

Vierol belegt nicht alle 3780 Quadratmeter des Neubaus. Eine komplette Etage bezieht John-Hendrik Viertelhaus, Bruder von Mirja Viertelhaus-Koschig, der zwei eigene stark expandierende Firmen führt (Vicogo, boddels GmbH). Zumindest für die ersten Jahre erwägt Vierol, eine weitere Etage zu vermieten.

Architekt Martin Schmied von der Planungsgruppe Ammerland hat als verbindendes Element zwischen dem bestehenden und dem neuen Gebäude einen Glaskörper entworfen. Neu- und Altbau sind auf allen Ebenen verbunden. Der Neubau wird durch ein Treppenhaus, das die Tiefgarage anbindet, erschlossen. Vom Firmenparkplatz zur Taastruper Straße hin erhält der Neubau einen Zugang.

VHS-Parkhaus stockt

„Wir hätten gern mehr Tiefgaragen-Stellplätze gebaut“, sagt Mirja Viertelhaus-Koschig. Aus statischen Gründen sei das aber leider nicht möglich. Überlegungen, Stellplätze im geplanten Parkhaus der VHS zu nutzen, verfolgt Vierol nicht weiter. „Es ist offen, wann es mit den Plänen der GSG weitergeht“, sagte Mirja Viertelhaus-Koschig.

Die GSG baut hinter dem VHS-Gebäude eine Hochgarage mit 220 Plätzen für die VHS, die Jugendherberge, Bahnkunden und weitere Interessierte. Die Stellplätze sollten ursprünglich 2019 zur Eröffnung der neuen Jugendherberge bereitstehen. Die GSG wartet aber seit Monaten auf die Baugenehmigung.

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Plädoyer für EU

Beim Neujahrsempfang am Donnerstag begrüßten Vorstandsvorsitzende Mirja Viertelhaus-Koschig und die beiden weiteren Vorstandsmitglieder Ulf Koschig und Jürgen K. Kiese rund 240 Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft. Der Europaabgeordnete David McAllister appellierte in einer flammenden Rede, die Errungenschaften der Europäischen Union gegen „Nationalisten, Populisten und Clowns“ zu verteidigen. Eindringlich forderte McAllister alle Gäste zur Stimmabgabe bei der Europawahl am 26. Mai auf.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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