Oldenburg Der Bagger steht zwar schon vor dem ehemaligen Finanzamt an der 91er-Straße, doch bis zum eigentlichen Abriss des Gebäudes wird es noch eine Weile dauern. Die im Anschluss an eine europaweite Ausschreibung mit den Abrissarbeiten beauftragte Firma Moß (Lingen) hat mit der Baustelleneinrichtung begonnen, teilt Antje Tiede, Pressesprecherin des Niedersächsischen Finanzministeriums in Hannover mit. Auch das fest eingebaute Mobiliar wird ausgebaut. Im Anschluss wird die Fassade entfernt und mit dem Abriss begonnen. Das wird aber noch einige Wochen dauern.

„Das Land stellt sich seiner Verantwortung und wird so schnell wie möglich dieses zentrale Grundstück für eine neue Verwendung freiräumen“, verspricht unterdessen Finanzminister Reinhold Hilbers. Bei dem Abriss handele es sich allerdings aufgrund der vorhandenen Schadstoffbelastungen sowie der beengten Grundstücksverhältnisse um ein äußerst komplexes und aufwendiges Vorhaben. Daher werde der Abriss zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Die größte Herausforderung besteht laut Tiede in der Entfernung der Wärmedämmung, die vollflächig mit einem asbesthaltigen Kleber angebracht worden ist. Um Anwohner und Passanten zu schützen, werden die Gebäude abschnittsweise eingekleidet und die Abbrucharbeiten in einem Unterdruckverfahren durchgeführt. Für den Rückbau sind rund 12,7 Millionen Euro eingeplant. Die Anlieger werden detailliert vom Staatlichen Baumanagement Ems-Weser am 5. und 6. Februar informiert.

Das Gebäude weist starke Mängel an Stützen und Betonbrüstungsplatten auf, was die dauerhafte Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Als Ersatz wurden für die 300 Mitarbeiter für 15 Millionen Euro Container am Stubbenweg im Stadtteil Etzhorn aufgestellt – dreistöckig und in H-Form auf einer Fläche von rund 90 mal 35 Metern. Der Mietvertrag über dieses Grundstück war über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschlossen worden – mit Option auf Verlängerung für drei mal drei Jahre.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hatte schon bei der Inbetriebnahme der Container am Stubbenweg im August 2017 erklärt, dass er möglichst schnell wissen wolle, wie es an der 91er-Straße konkret weitergehe. Krogmann stellt sich an dieser Stelle eine Mischung aus Wohnen und Geschäften vor – ähnlich wie in den benachbarten Heiligengeisthöfen.

Recht auf schnelle Information

Kommentar

Thomas Husmann

Das ehemalige Gebäude des Finanzamtes an der 91er-Straße steht an exponierter Stelle am Rand des Zentrums. Die Stadt hat daher für ihre weiteren Planungen ein Recht darauf, schnell zu erfahren, was konkret aus dem Grundstück werden soll. Denn das Stadtzentrum benötigt an seinem nördlichen Rand dringend eine Stärkung.

Und auch die Zukunft des Finanzamtes wirft Fragen auf. Der Standort in Etzhorn kann nur eine Notlösung sein – auf Dauer unzumutbar für Mitarbeiter und Besucher. Wie wäre es, das Amt neben dem Bahnhof auf der EWE-Brache unterzubringen, die städtebaulich mit mehrgeschossigen Bürokomplexen entwickelt werden soll.

Nach dem ehemaligen Gefängnis im Gerichtsviertel ist das Land ansonsten drauf und dran, der Stadt bei ihrer Weiterentwicklung schon wieder Steine in den Weg zu legen.

Thomas Husmann über die Zukunft des Finanzamtes Oldenburg

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.