Oldenburg Damit hat Kapitän Horst Kruse nicht gerechnet: Innerhalb gut eines Tages haben mehr als 50 NWZ-Leserinnen und -Leser ihr Interesse am Motorschiff „Schwan von Oldenburg“ angemeldet. „Stündlich kommen zwei bis drei E-Mails an“, berichtete der 73-Jährige am Sonntag.

Unter den Interessenten seien Studenten, die günstigen Wohnraum suchten. Andere regen an, das Schiff, das unter anderem über drei Schlafräume, ein Wohnzimmer, Küche und Bad verfügt, als Ferienwohnung herzurichten, andere schlagen eine gastronomische Nutzung vor, erzählt Kapitän Kruse.

Am Samstag hatte die NWZ über die bevorstehende Verschrottung des Motorschiffs, das in Höhe des Restaurants „Secco“ im Stadthafen liegt, berichtet. An einer noch nicht näher identifizierten Stelle dringt Wasser ein. Am Wochenende vor einer Woche war die Feuerwehr angerückt; der mehr als 30 Jahre alte „Schwan“ drohte nämlich abzusacken.

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Derzeit ziehe das Schiff etwa zehn Liter Wasser pro Stunde“, berichtet der Kapitän. Aufgrund der strengen Auflagen lohne es nicht, das vor der Wende für Überwachungsfahrten vor der Stadt Stralsund gebaute Schiff fahrbereit zu machen. Sollte sich allerdings jemand finden, der eine sinnvolle Verwendung hat, würde er den „Schwan“ verschenken; denn das Schiff liegt dem gebürtigen Oldenburger, der lange zur See gefahren ist, am Herzen.

Kruse selbst hält eine Nutzung als Haus- oder Vereinsboot für realistisch. „Für diesen Zweck wäre es ideal. Mit Kosten von rund 10.000 Euro sollte man aber schon rechnen, um das Schiff herzurichten“, sagt der Kapitän. Es sei ihm wichtig, dass der neue Eigentümer diese Kosten finanzieren könne. „Sonst liegt das Schiff irgendwo als Schrotthaufen herum, das würde auf uns zurückfallen.“

Aufgrund der zahlreichen Anfragen nach dem NWZ-Bericht hat Kruse die für diesen Montag geplante Verschrottung erst einmal verschoben. Bis „Mitte der Woche“ werde er einen geeigneten Interessenten suchen. „Sollte das bis dahin nicht gelingen, gebe ich das Schiff in die Verwertung.“

An diesem Montag wird Henning Godorr mit seinem Schlepper den „Schwan“, der seit 2003 in Oldenburg als Treffpunkt für Kruses Wassersportschule dient, vom Liegeplatz beim „Secco“ auf die gegenüberliegende Seite in den Osthafen schleppen. „Die Firma Ulferts & Wittrock hat zwei 200-Tonnen-Kräne bestellt, die das Schiff aus dem Wasser heben.“ Denn aus dem Wasser muss der „Schwan“ auf jeden Fall. Wie es dann weitergeht, werden die Gespräche mit den Interessenten zeigen.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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