Oldenburg Nun leider doch: Die „Schwan von Oldenburg“ ist Geschichte. Trotz eines großen Aufrufs an Interessierte wird das Schiff kein zweites Leben als Hausboot oder Restaurant führen.

„Die Suche ist vorbei“, sagte der Kapitän der „Schwan“, Horst Kruse, bereits am Dienstag. „Man hätte sehr viel ersetzen und erneuern müssen, das war den Investoren und Interessierten zu teuer.“

Reparatur zu aufwendig

Anders als die 10.000 Euro, mit denen Kruse noch Anfang November zur Herrichtung des Schiffes, zum Beispiel als Vereinsheim, gerechnet hatte, wäre die Gesamtsumme jetzt wohl deutlich höher gewesen. „Wir haben mit der Elsflether Werft nach Lösungen gesucht, aber das war leider alles zu aufwendig“, so Kruse. Anstatt die zu erneuernden Bordplatten mit neuen Platten zu überschweißen, hätten diese wohl doch herausgetrennt und vollständig ersetzt werden müssen. „Dazu kommen noch etliche Ventile und Bordurchlässe, die geprüft und abgedichtet werden müssten, Wartungsarbeiten an den Maschinen, und mehr“, zählte Kruse auf.

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Zusammen mit den Krangebühren wären da seiner Schätzung nach 50.000 Euro zusammengekommen. Kruse: „Das sind die Kosten zur Grundanlage, also nur um es wieder ins Wasser zu bringen.“ Ein hoher Kostenfaktor wäre die Tatsache, dass die „Schwan“ für eine Restaurierung abgedichtet und zu einer Werft hätte geschleppt werden müssen. Ein Transport an Land wäre sogar noch problematischer gewesen: „Das Schiff ist schwer transportfähig. Da hätte es wohl einen Sondertieflader mit Polizeieskorte gebraucht.“

Eine Restaurierung in einen hochseetüchtigen Zustand wäre Kruse zufolge sogar mit mindestens 100.000 Euro zu Buche geschlagen. „Das Problem ist, dass die meisten, die sich bei mir gemeldet haben, kostengünstigen Wohnraum gesucht haben“, sagte Kruse, „da waren viele Studenten dabei, auch Hartz-4-Empfänger. Das hätte natürlich nicht funktioniert.“

Hausboote nicht erlaubt

Kruse wäre wichtig gewesen, dass die neuen Eigentümer die „Schwan“ auch weiter ohne Probleme hätten benutzen können. Für eine Verwendung als Hausboot in Oldenburg wären hohe Kosten aber auch nur das kleinere Problem gewesen. „Eine Nutzung von Hausbooten ist leider nicht möglich“, sagte Hafenmeister Frank Müller, „wir haben zu wenige Plätze und einen zu hohen Tidenhub für die Versorgung. Dauerhaft genutzte Boote sind laut der Bauordnung nicht erlaubt“. Aus dieser den Interessenten initial vorgeschlagenen Nutzung wäre also – zumindest im Oldenburger Hafen – sowieso nichts geworden.

Bereits am Mittwoch war im Osthafen mit der Abwrackung des Schiffes begonnen worden. Das zuständige Unternehmen Springer rechnet damit, dass dies bis Beginn der kommenden Woche dauern wird.

Ein Nachfolgeschiff für die „Schwan“ ist bereits in Aussicht. „Wir überlegen, das Segelschulschiff ,Swantje von Emden’ als Nachfolger nach Oldenburg zu holen“, sagte Horst Kruse, der bereits in Gesprächen mit der Stadt ist. „Als Wahrzeichen wäre das doch was Schönes“, gab er sich hoffnungsvoll.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Ostfriesland
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