Oldenburg Der Rat hat in der vergangenen Woche zugestimmt, jetzt kann es losgehen: Nach und nach werden nun die einzelnen Schritte des Konzepts für die Neuordnung der Sucht- und Wohnungslosenhilfe umgesetzt.

„Momentan arbeiten wir an einem Zeitplan“, sagt Sozialdezernentin Dagmar Sachse. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten angegangen werden, so dass 2020 schon deutliche Grundzüge erkennbar sein werden. Gestartet werden soll an der Bloherfelder Straße 7 und am Schießstand 34.

Arbeit am Zeitplan

An der Bloherfelder Straße soll, wie berichtet, ein neuer Tagesaufenthalt entstehen, um die Situation der wohnungslosen Menschen in Oldenburg zu verbessern. Weil sich die Zahl der Beratungskontakte in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt hatte, reichen die Kapazitäten – auch hinsichtlich der Mitarbeitenden – am derzeitigen Tagesaufenthalt an der Ehnernstraße nicht mehr aus. Da das Gebäude an der Bloherfelder Straße leer steht, bietet es sich an, dort mit der Umsetzung des Konzepts zu beginnen. Für Kauf und Sanierung sind rund 670 000 Euro eingepreist. Leer steht ebenfalls das Gebäude am Schießstand 34, was die neue Adresse der Drogenberatungsstelle Rose 12 werden soll, die derzeit an der Alexanderstraße angesiedelt ist. Die Kosten dafür liegen bei etwa 200 000 Euro und werden vom Träger STEP gestemmt.

Sind diese ersten Schritte gemacht, folgen der Umzug des Café Caro an die Alexanderstraße und der Gebäudetausch vom Mädchenhaus an der Cloppenburger Straße und des Tagesaufenthalts an der Ehnernstraße. „Da dort aber Betrieb ist, arbeiten wir derzeit an einem Zeitplan. Noch stehen dafür keine Zeiträume fest“, sagt Sachse.

Doch das Konzept beschränkt sich nicht rein auf eine Veränderung der Gebäudesituation. Vielmehr ist es mit einer Ausweitung des Angebots untermauert. So soll etwa das Café Caro zu einem nassen Treff weiterentwickelt werden, der den Konsum von leichtalkoholischen Getränken ermöglicht. Die Tagesaufenthalte bieten Wohnungslosen eine Postadresse sowie Mittagessen und eine medizinische Versorgung. „Wir intensivieren das sozialpädagogische Angebot, um den Ausstieg aus der Lebenssituation zu vereinfachen“, erklärt Sachse.

Anregungen der Bürger

Nicht alle Anwohner der neuen und alten Standorte waren durchweg begeistert von den Plänen. Zwei Bürgerinformationsveranstaltungen dienten dazu, Bedenken und Anregungen zu sammeln. Grundsätzlich geändert habe sich an dem Konzept dadurch nichts, jedoch seien Ideen in die weitere Planung eingeflossen. Beispiel: Aus den Bürgerversammlungen ging deutlich hervor, dass sich die Nachbarn verstärkten Dialog wünschen. „Das ist für uns ein selbstverständlicher Teil unserer Arbeit“, sagt Sachse. Dennoch sei es wichtig gewesen, diesen Aspekt von den Bürgern herangetragen zu bekommen. „Wir öffnen unsere Einrichtungen, die Mitarbeiter stehen als Ansprechpartner zu Verfügung“, sagt Sachse. Zudem seien Tage der offnen Tür geplant.

Mit solchen Aktivitäten habe man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht, etwa bei der Unterbringung von Flüchtlingen. „Da gab es Runde Tische, die viel bewirkt und zu einem guten Miteinander beigetragen haben. So wollen wir auch zukünftig verfahren.“


Das Gesamtkonzept kann über das Ratsinformationssystem abgerufen werden   http://bit.ly/nwzwohnungslosenkonzept 
Unter „Anlage zu Top 8“ gibt es hier die Ergebnisse der Bürgerveranstaltungen   http://bit.ly/nwzbürgerergebnis 
Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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