Oldenburg Die Wassersporttreibenden Vereine in Oldenburg sind hoffnungsfroh: Die Naturschutzbehörde habe Entgegenkommen signalisiert, teilte ihr Sprecher mit, „wir sind recht zuversichtlich“. Wie berichtet, hatte der Umweltausschuss der Stadt Oldenburg die Ausweisung der mittleren Hunte als Naturschutzgebiet erst einmal vertagt. Zu viele Fragen seien offen, hatte es unisono aus der Politik geheißen. Anders als im Landkreis Oldenburg, wo die Politik grünes Licht signalisiert, wird die Verordnung nun nicht vor der Sommerpause verabschiedet.

In Gesprächen zwischen Vereinen und Verwaltung soll ein Übereinkommen über die umstrittenen Auflagen für die Vereine erzielt werden. „Der Landkreis Oldenburg ist mit den Kollegen in der Stadt Oldenburg im engen Austausch. Die kritischen Punkte werden erneut überprüft. Die Abstimmungen und Überlegungen des weiteren Vorgehens sind noch nicht abgeschlossen“, erklärte die Leiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg, Eva-Maria Langfermann gegenüber der NWZ.

Ein- und Ausstiegsstellen

„Es gibt viele Interessensgruppen, die von Plänen zur Ausweisung der Hunte als Naturschutzgebiet betroffen sind“, sagt Eva-Maria Langfermann. Es sei nicht möglich, Zusagen zum Beispiel zu weiteren Einstieg- und Ausstiegplätzen zu machen, ohne vorab mit anderen betroffenen Gruppen wie Grundstückseigentümer oder dem Deichschutz zu reden. „Die Ein- und Ausstiegsstellen sowie Raststellen sind in enger Abstimmung mit vielen Akteuren an der Hunte und dem Flächeneigentümer und Verantwortlichen für den Deichschutz abgestimmt worden.“

Neben vielen anderen seien Sportvereine, Naturschutzverbände und kommerzielle Bootsverleiher, der Naturpark Wildeshauser Geest und die Stadt Oldenburg in diesem Prozess eingebunden. Daraus sei der Abstimmungsprozess „Hunte natur“ entstanden als gemeinsame Linie der Nutzung an der Hunte.

Gut informiert?

Aufgrund der Wünsche nach weiteren Rast-, Ein- und Ausstiegsstellen stehe ein neuer Abstimmungsprozess an, kündigt die Dezernentin an. Die Planung von Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums Hunte solle bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Eva-Maria Langfermann weist den Vorwurf unter anderem aus den Reihen der Vereine zurück, der Landkreis Oldenburg als federführende Behörde habe nicht ausreichend im Vorfeld über die Pläne informiert. „Die Vereine und Nutzergruppen waren informiert, die Vorgaben der ortsüblichen Bekanntgabe wurden alle eingehalten.“ Rückfragen und Diskussionen, wie sie in Oldenburg aufgekommen seien, habe es im Landkreis so nicht gegeben.

Eva-Maria Langfermann tritt der Behauptung entgegen, die mittlere Hunte müsse eigentlich gar nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden; die Möglichkeiten des bestehenden Landschaftsschutzgebietes hätten ausgereicht. „Pflanzen und Tiere bedürften des Naturschutzes; vor allem mit Blick auf andere Nutzungen an der Hunte. Die Amtsleiterin weist auf charakteristische Tierarten wie Fischotter und Biber hin. Die Jagd und Fischerei sei hier im Bereich der Lebendfallen und Reusenfischerei eingeschränkt worden.

Pläne für untere Hunte

Wie die Dezernentin bestätigte, drängt die Zeit. „Bis 2014 hätte alles fertig sein sollen.“ Ob und wann der Europäische Gerichtshof wegen der fehlende Umsetzung der FFH-Gebiet-Verordnung möglicherweise Strafzahlung verhänge, entziehe sich ihrer Kenntnis. Sie rate allerdings zur Eile, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Zurzeit liegen die Pläne zur Unterschutzstellung der unteren Hunte aus. Für diesen Abschnitt ist das Landratsamt Wesermarsch zuständig. Das Stadtgebiet Oldenburg ist betroffen an dem Wasserkraftwerk am Achterdiek flussabwärts bis Höhe Kloster Blankenburg.

Bei der Vorstellung der Pläne in der Gemeinde Elsfleth wurde Kritik laut. Vertreter der Industrie und der Elsflether Werft äußerten die Befürchtung, notwendige Bauprojekte wären durch eine Unterschutzstellung nicht mehr möglich.

Die Unterlagen für den Abschnitt „Untere Hunte“ liegen bis zum 26. Juli unter anderem im Technischen Rathaus in Oldenburg, Industriestraße 1, Fachdienst Naturschutz, Zimmer 136, aus. Die betroffenen Vereine sprechen derzeit ihre Stellungnahme ab.


Infos zu den Plänen für die untere Hunte unter   bit.ly/2j55wvc 
Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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