Oldenburg Insekten sind die artenreichste Gruppe aller Lebewesen. Der dramatische Rückgang der Arten und der Masse von Insekten in den letzten Jahrzehnten ist bekannt. Die Biomasse bei Fluginsekten hat deutschlandweit bereits um rund 75 Prozent abgenommen. „Ohne Insekten ist ein Leben auf diesem Planeten nicht mehr möglich – sie sind unersetzlich“, erklärt Rüdiger Wohlers, Geschäftsführer des Nabu Oldenburg. Insekten bilden die Grundlage der Nahrungspyramide und dienen vielen Lebewesen als Nahrung. Das Insektensterben lässt sich unter anderem auf den Klimawandel und den Einsatz von Pestiziden zurückführen.

Der Nabu möchte nun auf das Thema aufmerksam machen und startete in diesem Rahmen die bundesweite Kampagne „Insektensommer“. Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ ruft der Naturschutzbund dazu auf, vom Falter bis zum Marienkäfer alle Sechsbeiner zu zählen und das Ergebnis bis zum 12. August an ihn weiterzuleiten.

Als Höhepunkt der Kampagne fanden sich am Mittwoch Insektenfreunde im nächtlichen Schlossgarten zur „Nachtfalter-Leuchtnacht“ ein, um das Treiben von Faltern und anderem „Kribbelkrabbel“ in der Dunkelheit zu beobachten. Schmetterlingsexperte Carsten Heinecke, der in verschiedenen Projekten schon viele Schmetterlingsarten entdeckt oder wiederentdeckt hat, führte dazu einen speziellen Leuchtturm vor, der als Lichtquelle mit den richtigen Wellenlängen die Tierchen anlockte. „Dass Nachtfalter sich am Licht orientieren, stellen wir immer wieder fest, wenn wir bei Dunkelheit das Fenster öffnen und das Licht noch brennt“, weiß Heinecke. Er führt das auf die Theorie zurück, dass die Tiere sich am Mond orientieren, um geradeaus zu fliegen. Der Experte begleitete das Geschehen im Schlossgarten fachkundig und erklärte die Vielfalt der Nachtfalter, die dem menschlichen Auge sonst meist verborgen bleibt.

Musikalisch begleitet wurde die Leuchtnacht außerdem von dem Duo „Twom Bonita“, das im brasilianischen Bossa-Nova-Stil das Thema Insekten aufgriff und in fröhliche Jazz-Klänge umsetzte.

„Das Thema Insekten ist sehr gefragt“, sagt Nabu-Chef Rüdiger Wohlers. „Uns haben unglaublich viele Fragen zu dem Thema erreicht. Die Menschen wollen tätig werden und fragen, was sie tun können. Darunter sind auch viele Schulen.“ Doch etwas tun müssen vor allem die Politiker. „Ein laues Lüftchen weht in der Politik, aber es möge stürmischer werden.“

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