Oldenburg Die Oldenburger Hundehütten als Paradebeispiel architektonischer Schönheit: „Sie sind verantwortlich für die Architektur der letzten 150 Jahre im Oldenburger Raum.“ Mit solchen Worten hatte Schauspieler und Moderator Max Moor („ttt – titel thesen temperamente“) natürlich leichtes Spiel bei seinem Publikum. Er war am Samstag als Festredner zur Feier des 150-jährigen Bestehens des Oldenburgischen Architekten- und Ingenieurvereins (AIV) geladen.

Moor sprach in der Jade Hochschule über „Architekt mit Haus sucht Schönheit mit Kultur“. Er hatte die Baukultur in der Provinz „im Kaff der guten Hoffnung“ sehr genau unter die Lupe genommen. Er warnte davor, Gebäude zu bauen, die einen Architektenpreis gewonnen haben. „Die Architektenpreise machen euch fertig“, meinte Moor in die Runde.

Ihm ging es um die Schönheit der Architektur. Er lebt in einem „Kaff“ (wie er sagt) bei Berlin (Werneuchen, Brandenburg). „Inmitten der Natur, und die Architektur der Natur folgt immer der Schönheit“, so der Moderator gegenüber den rund 200 AIV-Mitgliedern und Gästen.

Kritische Bemerkungen gab es für die Architektur im Allgemeinen. Die Architektur in Oldenburg hätte aber eine eigene Identität, wie eben an den Hundehütten zu sehen sei. „Schützen Sie dieses Erbe“, forderte er das Publikum auf. Er nahm aber auch die Bürger in die Pflicht. „Sie tragen die Verantwortung durch Teilhabe“, meinte Moor und forderte die Menschen auf, „Partei zu ergreifen für eine bessere Welt“.

Architektur muss unheimlich Spaß machen: Bei der Feier zum 150-jährigen Bestehen des AIV Oldenburg amüsierten sich (vordere Reihe, von links) Bernd Müller, Christian Baumgart und Christine Wolff jedenfalls königlich.

Er warb sowohl für die Erhaltung der Mohrmannhalle am Pferdemarkt, der Gleishalle des Hauptbahnhofs als auch der Cäcilienbrücke. „Wieso planieren, wenn hegen und pflegen viel besser Ist“, fragte Moor. Auch die Kulissenarchitektur wie sie am neuen Berliner Schloss, im Frankfurter Zentrum oder in Lübeck zu sehen ist, sah er zumindest kritisch. „Baut weniger Kathedralen der Macht, sondern arbeitet an den teilweise überkommenen Strukturen des Denkmalschutzes und der starren Regelungen“, mahnte er in die Runde.

„Wärmen wir die Asche oder schüren wir das Feuer?“ fragte der Vorsitzende des AIV Oldenburg, Bernd Müller, die Fachleute und hatte festgestellt, dass immer mehr die wirtschaftlichen Fragen die Architektur dominieren. Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule, bestätigte eine enge Verbindung zum AIV.

Der Niedersächsische Bauminister Olaf Lies fragte, ob ein Verein noch eine zeitgemäße Struktur sei. „In diesem Fall ja, weil im AIV eine Vielzahl und große Mischung von Menschen mit verschiedenen Berufen vertreten ist“, so Lies. Für die Zukunft hätte der AIV bei der Stadtentwicklung in Oldenburg eine große Bedeutung. Die Vernetzung der Kompetenzen müsse noch mehr an Bedeutung gewinnen, so Lies.

Bürgermeisterin Christine Wolff stellte in ihrer Rede fest, dass man in Oldenburg sehr eigen sei. „Weil jeder sein eigenes Häuschen haben und auch noch drumherum gehen möchte“, sagte sie. Nachverdichtung und das Bauen von höheren Häusern seien immer noch sehr sensible Themen, so Wolff. Große Verdienste würden dem langjährigen Ehrenvorsitzenden des AIV, Hans-Martin Schutte, zukommen. „Bleiben Sie eine verlässliche hörbare Stimme bei der Gestaltung unserer Stadt“, bat sie ihn und die anderen die Fachleute.

Der Präsident des Deutschen Architekten- und Ingenieurvereins (DAI), Christian Baumgart, meinte: „Das Zusammenspiel der Ressourcen spielt eine große Rolle. Es muss offen und öffentlich diskutiert werden.“

Unterhielten das Publikum: „12 Meter Hase“

Das Improtheater „12 Meter Hase“ der Universität Oldenburg gestaltete das Rahmenprogramm und brachte einige Oldenburger Themen unter Beteiligung des Publikums auf die Bühne. Jo Barnikel, deutscher Pianist und Filmkomponist, unterhielt die Gäste musikalisch.

Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus, Gewerbe oder Grundstück?

NWZ-Immo.de
Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus, Gewerbe oder Grundstück?

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.