Oldenburg Der überraschende Rauswurf von Prof. Dr. Ajay Chavan, Chefarzt der Radiologie im Klinikum Oldenburg, sorgt für Spekulationen und böses Blut. Der Vorstand hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass man sich „mit sofortiger Wirkung“ von dem Institutsleiter getrennt habe. Gründe wurden keine genannt.

Der NDR berichtet von Hinweisen auf ein „Fehlverhalten gegenüber Mitarbeiterinnen“. Der Vorstand des Klinikums, Dr. Dirk Tenzer, wollte das am Donnerstag nicht kommentieren. Auf Nachfrage der NWZ sagte er aber: „Die Trennung hat keine medizinischen Gründe, keine Qualitätsgründe“.

„Fassungslos“ zeigen sich unterdessen Kollegen von Chavan. Mit Blick auf das zerrüttete Verhältnis von Vorstand und Teilen des Ärztlichen Direktoriums ist die Rede von einem „weiteren Tenzer-Opfer“. Chavan sei ein Kritiker des Vorstands und unbequem, auch aktuell soll es Streit gegeben haben.

Im Klinikum hängt seit längerem der Haussegen schief. Vorstand und Chefärzte streiten offen, das Haus schreibt rote Zahlen, es herrscht angeblich ein schwieriges Arbeitsklima, zahlreiche Ärzte und Pflegekräfte haben die Klinik verlassen. Hinzu kommen Rückgänge bei den Patientenzahlen durch die aktuelle Diskussion um eine erhöhte Sterberate bei speziellen Bauchspeicheldrüsen-Operationen und wegen der Nachwirkungen des Klinikmörders Högel, der zwischen 2001 und 2005 in Oldenburg und Delmenhorst mehr als 100 Patienten tötete.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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