Oldenburg In Deutschland angekommen, langsam eingelebt, die ersten Deutschkenntnisse erworben – und dann? Dann begeben sich Flüchtlinge auf die Arbeitssuche. Um ihnen den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern zu erleichtern, stellte das Jobcenter zusammen mit der Fachkräfte-Initiative Oldenburg und der Agentur für Arbeit die Veranstaltung „Work & Talk“ am Mittwochnachmittag auf die Beine.

Rund 70 Flüchtlinge, die seit etwa zwei Jahren in Deutschland leben, präsentierten sich im Migrationscenter des Jobcenters auf dem Gelände der Handwerkskammer an der Schütte-Lanz-Straße. Dazu kamen rund 20 Unternehmen. „Es geht um das Kennenlernen von Arbeitgebern und Geflüchteten“, sagte Claudia Zimmermann, Pressesprecherin der Bundesagentur für Arbeit und des Jobcenters Oldenburg. Insgesamt seien rund 1600 geflüchtete Frauen und Männer arbeitssuchend gemeldet, erklärte Zimmermann.

Sieben Werkstätten

Seit Mai bereiteten sich die Flüchtlinge auf diesen Tag vor. In sieben verschiedenen Werkstätten lernten die Teilnehmer je nach Vorkenntnissen und Interessen die Praxis kennen. Mit dabei war ein Second-Hand-Laden, eine Metallwerkstatt, eine Tischlerei, ein Lager, eine Malerwerkstatt, eine Küche sowie ein Friseursalon. Dort kamen sie mit den Arbeitsabläufen, Werkzeugen, Maschinen und Materialien in Kontakt. „Viele unserer Teilnehmer haben in ihrem Heimatland in Gewerken gearbeitet, die es auch bei uns gibt“, erklärte Carmen Giss, Geschäftsführerin des Jobcenters. Doch oft seien die Arbeitstechniken oder die Werkzeuge anders als in ihrem Heimatland.

Dementsprechend wurde am Mittwoch im Migrationscenter auch gebacken und gemalt. So konnten die Flüchtlinge direkt vor Ort ihre Fertigkeiten präsentieren. „Die Arbeitgeber können zuschauen und die Teilnehmer direkt ansprechen“, sagte die Jobcenter Geschäftsführerin. „Die Türöffner für ein Gespräch mit dem Arbeitgeber sind Geschicklichkeit und Persönlichkeit der Kandidaten“, so Giss.

Da Sprache für eine Arbeitsbeschäftigung wichtig ist, nahmen die Flüchtlinge parallel an einem Teilzeit-Sprachkurs teil, um ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. Doch auch im Praxisteil wurde ihnen die Sprache vermittelt, erklärte Zimmermann.

Gute Erfahrungen

Gerade Praktikumsplätze seien ein guter Einstieg in eine Beschäftigung. Denn das ist der erste Schritt, um sich kennenzulernen. Das dachte sich auch Stefan Aufleger vom Hotel und Restaurant Tafelfreuden, der an der Veranstaltung teilnahm. Gerade hat er keine Ausbildungsplätze zu vergeben, doch Praktika seien immer eine Option, sagte er. „Es ist natürlich nett, dass man sich hier schon mal gesehen hat.“ Derzeit hat er einen Auszubildenden aus dem Irak in seinem Betrieb.

Auch Hotelier und Dehoga-Vorsitzender Holger Kruse hat schon gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht. „Die Tätigkeit in den Betrieben ist die beste Integration“, sagte er. „Man merkt, dass sich einige auch wirklich etwas aufbauen wollen.“ Dabei steht Kruse Praktika auch offen gegenüber. Diese seien nicht nur für den Betrieb nützlich, auch die Flüchtlinge können sich so ausprobieren und testen, ob ihnen der Beruf liegt.

Ins Gespräch kommen

Bei „Work & Talk“ kam Kruse in der Küche mit anderen potenziellen Mitarbeitern und Unternehmen ins Gespräch. Doch das ist nicht immer gegeben: „Ich kenne das aus unserer Branche, dass es da gewisse Hemmschwellen gibt“, erklärte der Dehoga-Vorsitzende.

Seit Beginn des Projekts im Mai haben zwölf Teilnehmer einen Arbeitsplatz gefunden. Für die anderen könnte sich jetzt nach der ersten „Walk & Talk“-Veranstaltung etwas ergeben.

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Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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